Die Mundflora eines Rauchers unterscheidet sich deutlich von der eines Nichtrauchers. 150 Bakterienarten breiten sich lieber bei Rauchern aus, 70 Bakterienarten hingegen treten seltener bei Nikotinliebhabern auf.

Es gibt Bakterien, die für unseren Körper nützlich sind, und andere, die ihm schaden. Die größte Gruppe der Bakterien sind die Proteobakterien. Einige von ihnen können Giftstoffe zersetzen, zu diesen Schadstoffen zählt auch Zigarettenrauch. Forscher, die die Mundflora von 1200 US-Bürgern untersucht haben, stellten fest, dass diese Bakterien bei Rauchern deutlich seltener auftreten als bei Nichtrauchern.

Rauchen könnte schlecht für die Mundflora sein

Auf der anderen Seite haben die Wissenschaftler festgestellt, dass bei Rauchern Streptokokken besonders häufig vorkommen - und von ihnen ist bekannt, dass sie schlecht für die Zähne sind. So weit, dass Rauchen die Mundflora schädigt, wollen die Forscher aber noch nicht gehen. Dazu seien weitere Untersuchungen nötig. Die aktuelle Untersuchung ist aber ein Indiz dafür.

"Bei bestimmten Darmkrebs-Arten und bei Morbus Crohn wird vermutet, dass sie dadurch mit verursacht werden, dass die Zusammensetzung der Bakterien im Darm anders ist als bei gesunden Menschen."
Anna Beerlink, DRadio Wissen

Um festzustellen, ob sich die Mundflora wieder normalisieren kann, wurde auch eine Gruppe von Ex-Rauchern untersucht. Und tatsächlich unterschied sich ihre Mundflora nicht signifikant von der eines Nichtrauchers. Die Bakterien in der Mundflora finden wieder in die ursprüngliche Verteilung zurück, wenn man das Qualmen sein lässt. Die untersuchten Probanden hatten alle schon vor zehn oder mehr Jahren mit dem Rauchen aufgehört. Es wurde bisher aber nicht festgestellt, wie lange es dauert, bis sich die Mundflora vom Rauchen erholt hat.

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