Zigaretten sollen in Neuseeland bald ein rar gesehenes Gut sein. Ab 2025 soll dann das Land rauchfrei sein – durch konsequente Maßnahmen. Im Vergleich dazu passiert in Deutschland eher wenig.

Weniger als fünf Prozent der Menschen sollen in Neuseeland 2025 noch zur Zigarette greifen. In drei Jahren soll das Land als rauchfrei gelten. Dazu gab es im Parlament die erste Lesung, der Gesundheitsausschuss berät jetzt weiter darüber.

Aktuell rauchen noch ungefähr 10 Prozent der Menschen in dem Inselstaat. Unter den Rauchenden sind überdurchschnittlich viele indigene Maoris. Im Schnitt rauchen rund 20 Prozent von ihnen.

Rauchen: Häufigste vermeidbare Todesursache

Laut Ayesha Verrall, der stellvertretenden Gesundheitsministerin Neuseelands, ist Rauchen die häufigste vermeidbare Todesursache in dem Land. Die Hälfte der Menschen, die mit dem Rauchen anfange, würde an den Folgen sterben, sagte Premierministerin Jacinda Ardern als der Aktionsplan vorgestellt wurde.

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Bisher hat die neuseeländische Regierung die Preise von Zigaretten angehoben, sogenannte Schockbilder auf die Packungen drucken lassen und die Zigarettenschachteln in einem Grünton gestaltet, das als die hässlichste Farbe der Welt gilt.

Parallel zu den Abschreckungsmaßnahmen hat die Zahl der Raucher*innen in den vergangenen Jahren auch abgenommen, ist aber eben noch nicht auf das anvisierte Ziel von unter 5 Prozent gefallen.

Maßnahmen werden schärfer

Deshalb zielt das Maßnahmenpaket ebenfalls auf junge Menschen ab: Sie sollen erst gar nicht mit dem Rauchen anfangen. So soll für alle, die nach 2008 geboren sind, ab 2023 der Kauf von Zigaretten verboten sein. Grund: Häufig fangen Menschen, die ihr Leben lang rauchen, schon im Jugendalter damit an.

Auch der Nikotingehalt in Zigaretten soll ab 2025 um 95 Prozent gesenkt werden. Ein Jahr davor dürfen auch nur noch wenige Fachgeschäfte mit einer speziellen Lizenz die Zigaretten überhaupt verkaufen. Denn: Je einfacher Zigaretten verfügbar sind, desto eher fangen junge Menschen auch mit dem Rauchen an, erklärt Laura Graen vom Deutschen Krebsforschungszentrum.

"Man sieht in Studien, dass ein dichtes Verkaufsnetz um Schulen dazu führt, dass mehr Jugendliche mit dem Rauchen anfangen."
Laura Graen, Deutsches Krebsforschungszentrum

Laura Graen hat für Deutschland die Initiative "Rauchfrei 2040" mitentwickelt. Das ist ein Projekt, in dem sich 50 Hilfswerke und Gesundheitsorganisationen unter der Führung des Deutschen Krebsforschungszentrums zusammengeschlossen haben. Ihr Ziel: die Zahl der rauchenden Menschen in Deutschland verringern.

Deutschland Schlusslicht bei Anti-Raucher-Maßnahmen

In Deutschland rauchen laut der Stiftung Gesundheitswissen ungefähr 28 Prozent der Bevölkerung. An den Folgen des Rauchens sterben jedes Jahr etwa 127.000 Menschen.

Viele Maßnahmen, die das Rauchen eindämmen könnten, werden in Deutschland nicht durchgeführt, so Laura Graen. "Wir haben keinen flächendeckenden Schutz vor Passivrauchen, es gibt keine richtigen Entwöhnungsprogramme – das machen andere Länder viel besser als Deutschland."

Ähnlich sieht es mit einem Werbeverbot oder einer höheren Tabaksteuer aus. Auch da hinkt Deutschland anderen Ländern hinter her.