Risiken gehören bei der Reise ins Weltall dazu. Wenn nicht nur Asche zurückkommen soll, sind ältere Systeme die bessere Wahl, erklärt der Astrophysiker Michael Büker.

Kleinste Probleme verursachen in der bemannten Raumfahrt schwere Unglücke. Manche mit tödlichen Folgen für die Besatzungen. Die amerikanische Weltraumbehörde erinnert mit einem Gedenktag an diese Unglücke.

Dazu gehören:

  • das Feuer in Apollo 1 am 27.01.1967 – drei Todesopfer
  • die Explosion der Challenger beim Start am 28.01.1986 – sieben Todesopfer
  • das Zerbrechen der Columbia am 01.02.2003 – sieben Todesopfer

In der bemannten Raumfahrt in der Sowjetunion und in Russland sind hingegen zuletzt in den 1960er und 1970er Jahren Besatzungsmitglieder zu Tode gekommen. Unberücksichtigt bleiben bei diesen Aufzählungen getötetes Bodenpersonal.

Bezogen auf die Unfälle von Besatzungen sagt Michael Büker, die technischen Ursachen sind allgemein beseitigt worden. Menschliche und organisatorische Gründe blieben hingegen bestehen. Als Beispiele führt der Astrophysiker das Challenger-Unglück 1986 – unser Bild links – und das Columbia-Unglück bei der Landung im Jahr 2003 an.

Trügerisches Sicherheitsgefühl

Die Ursache sei die gleiche: "Die Leute haben sich irgendwann zu sicher gefühlt." Deswegen habe sich die US-Raumfahrt auf ihr traditionelles Raketendesign besonnen und sich vom Spaceshuttle verabschiedet.

"Heute sind Raketen mit einem bewährten, älteren Design wieder im Einsatz und werden das auch in absehbarer Zukunft sein."
Michael Büker, Astrophysiker, über Sicherheit in der bemannten Raumfahrt

Michael Büker erinnert daran, dass für die Explosion der Challenger 1986 ein Konstruktionsfehler verantwortlich war. Treibstoff war ausgetreten und hatte die Rakete beschädigt. Die Feststoffraketen sind danach umgebaut worden.

Das amerikanische Spaceshuttle, dieses wunderschöne Gefährt mit seinen Deltaflügeln, sei die 80er, 90er und 2000er Jahre der Inbegriff der Raumfahrt gewesen. Es habe sich allerdings als insgesamt zu komplexes System erwiesen. Es habe schlicht zu viele bewegliche und gefährdete Teile gehabt. Der Astrophysiker sagt: "Das Spaceshuttle wurde aufgegeben, weil es sich als zu gefährlich, zu schwierig, zu tödlich erwiesen hat." Es hing beim Start an der Seite der Trägerrakete.

Kapseln statt Shuttle

Die Raumfahrtingenieurinnen und Ingenieure setzen heute statt des Spaceshuttles wieder auf kleine Kapseln, die an der Spitze von Raketen sitzen. Bei den Sicherheitsmechanismen habe sich nur wenig verändert. In 60er und 70er seien kleine Extraraketen die beste Methode, um die Besatzungen nach einem Unfall mit eigener Schubkraft an anderer, sicherer Stelle landen zu lassen.

Michael Büker: "Heute setzt man auf Triebwerke, die in die Kapseln integriert sind." Falls mit der Rakete darunter etwas schiefgeht, könne die Kapsel, in der Menschen sitzen, schnell beiseite aus der Gefahrenzone steuern.

Verglichen mit der US-Raumfahrt habe die sowjetische und später die russische Raumfahrt sehr viel länger auf bewährte, ältere Systeme gesetzt. Diese seien konstant weiterentwickelt und robuster gemacht worden.

"Mit dem Sojus-Raumschiff hat man eines, das seit fast 50 Jahren ohne Unglücksfall geflogen ist."
Michael Büker, Astrophysiker, über Sicherheit in der bemannten Raumfahrt

Grundsätzlich habe aber auch die russische Raumfahrt mit organisatorischen Schwierigkeiten zu kämpfen. Nachwuchsprobleme und die Wahrung gleichbleibender Qualität seien ihre wohl deutlichsten Probleme.