Christian ist einer von zwölf Probanden, die sich vor einem Monat hingelegt haben. Im Dienste der Wissenschaft. Am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Köln will man herausfinden, wie sich die Schwerelosigkeit im All auf den menschlichen Körper auswirkt.

"Am Anfang hatte ich Kopfschmerzen und habe es auch am Rücken gemerkt", sagt Christian. Denn das Kopfteil der Betten ist um sechs Grad abgesenkt, damit das Blut in den Kopf fließt. Auch wirklich aufrichten dürfen sich die Probanden nicht. Eine Schulter muss immer im Kontakt mit der Matratze sein. Das Leben im Liegen ist für ihn fast schon zum Normalzustand geworden. Beschwerden hat Christian gerade nicht: Er weiß, Aufstehen - egal zu welcher Tätigkeit - ist tabu.

"Das Aufstehen beschränkt sich aufs Aufwachen"
Christian, Teilnehmer am Liegend-Experiment

Der normale Tag beginnt für Christian mit dem Aufwachen um 6.30 Uhr. Waschen kann er sich selbst mit dem Waschlappen. Dann stehen eine Menge Experimente auf dem Plan: Wie er nehmen beispielsweise die Hälfte der Probanden an einem Sprungtraining teil. Natürlich auch im Liegen. Dazu wird er in einen Sprungschlitten gelegt und stößt sich mit den Beinen ab. So soll getestet werden, ob sich Knochenschwund, unter dem viele Astronauten leiden, vorbeugen lässt.

Christian Schwarz bei einem Experiment des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt: Sprungtraining im Liegen.
© DLR
Christian beim Sprungtraining. Wie bei allen Tätigkeiten wird auch dieses im Liegen absolviert.

Die Zeit bis zum Einschlafen um 22.30 Uhr muss Christian genauso liegend rumkriegen: Besuch darf er dabei aber nur von den Ärzten- und Pflegepersonal bekommen. Die transportieren ihn zu allen Terminen im Bett. So treffen sich die Probanden manchmal im Aufenthaltsraum zum Quatschen, spielen Brettspiele oder zocken an der Playstation. Wie bei allem anderen bleibt Christian auch beim Duschen liegen, wenn er mit Freunden telefoniert, im Internet surft, Fernsehen schaut - seine Perspektive bleibt die aus der Waagerechten.

15.000 Euro liegend verdienen

15.000 Euro bekommen die Probanden dafür, dass sie zwei Monate liegend verbringen und auch noch zwei Jahre nach dem Experiment an Folgeuntersuchungen teilnehmen. Christian sagt, er habe nicht nur wegen des Geldes mitgemacht. Er will herausfinden, welche mentalen und körperlichen Auswirkungen es auf ihn hat. Nach der Hälfte der Zeit fühlt er sich noch ganz gut. Einen Monat muss er noch: "Zum Glück sind die Betten sehr komfortabel", sagt Christian.