Fast zwei Jahre wurde die syrische Stadt Homs durch die Truppen von Präsident Baschar al-Assad belagert. Homs war die "Hauptstadt der Revolution" - nun ziehen sich die Rebellen aus der Stadt zurück.

Assad kontrolliert wichtige Teile des Landes: "Das Gebiet rund um Damaskus und die Teile des Landes, die am Mittelmeer liegen", erklärt Korrespondentin Sabine Rossi. Ein wichtiger strategischer Erfolg war, dass er eine der Nachschubrouten der Rebellen abgeschnitten hat.

Die Opposition kontrolliert weite Gebiete an den syrischen Grenzen zur Türkei und zum Irak. Sie besteht aus Gruppen, deren einziger gemeinsamer Nenner ist, dass sie Assad stürzen wollen. Es gibt Gebiete, die von der Freien Syrischen Armee gehalten werden, in anderen Regionen dominieren kurdische Organisationen. Und es gibt die von Islamisten kontrollierten Gegenden: "Dort ist es relativ schwierig für die Bevölkerung. Es gelten strenge Kleidervorschriften für Frauen. Und es gibt Nachrichten von Verschleppungen, Hinrichtungen.“

Wahlen als Propaganda-Show für Assad

Ein weiterer Vorteil für Assad ist, dass er auf dem von ihm kontrollierten Gebiet nun die für den 3. Juni geplanten Wahlen abhalten kann. Assads Propaganda stellt diese Wahlen als einen Beleg für die demokratische Legitimation des Regimes dar, sagt Sabine Rossi. Zwar gibt es zwei Gegenkandidaten - aber da diese im durch Assad kontrollierten Parlament sitzen, "braucht er sich nicht zu fürchten."

"Der Konflikt müsste außerhalb von Syrien gelöst werden. Aber das ist sehr unwahrscheinlich."
Sabine Rossi, Korrespondentin

Obwohl Homs geräumt wird, hat die syrische Opposition die USA noch einmal um Waffen für den Kampf gegen Assad gebeten. Oppositionsführer Ahmad al-Dscharba sagte, den Luftangriffen der Armee seien die Rebellen schutzlos ausgeliefert, nur mit wirksamen Waffen könne man gegen die Regierung ankommen. Assad ist der Einzige in diesem Konflikt, der über eine Luftwaffe verfügt. Morgen treffen sich Dscharba und der US-Außenminister John Kerry.

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(Einhundert vom 14. März 2014)