Facebook, Suchmaschinen, Apps: Alles für lau. Jedenfalls bezahlen wir für viele dieser Dienste oder Programme kein Geld. Eine Gegenleistung bekommen die Anbieter aber trotzdem.

Für Facebook oder Google Plus zahlen wir nichts, unser Mail-Account ist auch kostenlos, genauso wie viele Apps und andere Dienste, die wir beim täglichen Surfen im Netz benutzen. Bloß stimmt das überhaupt? Was heißt denn eigentlich "kostenlos"? Denn obwohl wir nicht mit Geld bezahlen, so bezahlen wir häufig doch anderweitig. Und die Währung im Netz heißt: Daten.

Ein Beispiel ist Facebook. Uns User kostet das soziale Netzwerk nichts. In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen aber legt Facebook fest, welche Gegenleistung es von uns haben will.

"Was Facebook sich ausbedingt ist das Recht, die Daten, die sie von den Nutzern bekommen, selbst zu nutzen - etwa zu Werbezwecken. Und hier stellt sich die Frage: Ist der Vertrag noch unentgeltlich? Meiner Ansicht nach nicht."
Florian Faust, Professor an der Hamburger Bucerius Law School

Gratis heißt nicht kostenlos

Florian Faust, Professor an der Hamburger Bucerius Law School, beschäftigt sich mit solchen Fragen. Er sagt: Viele Dienste - etwa Suchmaschinen - können nur genutzt werden, wenn Daten eingegeben werden. Die zentrale Frage laute aber: Was darf der Anbieter mit diesen Daten machen?

Sobald ein Unternehmen unsere Daten zu Werbezwecken nutzt, ist das seiner Meinung nach eine Gegenleistung, vergleichbar mit einer Gebühr, die Nutzer zahlen. Somit sei auch der Dienst nicht mehr kostenlos.

"Jugendliche können nur einen Vertrag schließen, wenn er für sie unentgeltlich ist. Und das wird bei Verträgen wie mit Facebook relevant."
Florian Faust, Professor an der Hamburger Bucerius Law School

Für die Unternehmen macht es einen großen Unterschied, ob ihre Dienste als entgeltlich gelten oder nicht. Würde sich Florian Faust mit seiner Auffassung durchsetzen und Facebook etwa dürfte sich nicht mehr "kostenlos" nennen, hätte das Konsequenzen:

  • Minderjährige dürften ohne Zustimmung ihrer Eltern Facebook nicht mehr nutzen
  • Das gesamte Verbraucherschutzrecht wäre anwendbar
  • Der Anbieter müsste unter Umständen stärker haften