Wer Urlaub in einer Diktatur macht, unterstützt damit das Regime vor allem finanziell. Der Urlaubsaufenthalt kann aber auch sehr positive Auswirkungen für die Menschen im Land haben. Darf man also in eine Diktatur reisen? Antje Monshausen von TourismWatch antwortet mit einem klaren: Jein.

Wenn man sich nur die wirtschaftliche Seite anschaut, dann gibt es eigentlich keine Diskussion. "Diktaturen können durch Tourismusabgaben, Einreisegebühren und Steiern Einnahmen generieren", erklärt Antje Monshausen von TourismWatch, der Infostelle von "Brot für die Welt" für einen verantwortlichen Tourismus. "Diktatoren und ihre Familien sind oft selbst tief im Tourismus verstrickt und können damit auch ihr Image aufbessern."

Tourismus kann die Diktatur öffnen

Das ist aber nur die eine Seite. Es gebe auch noch eine soziale Dimension des Reisens, sagt Antje Monshausen. Zum Beispiel biete der Tourismus auch die Chance, dass die Menschen in einer Diktatur Kontakt nach außen und Zugang zu Informationen bekommen. Mittelfristig könne das zu einer Öffnung des Regimes beitragen.

"Wenn ich Urlaub in einer Diktatur machen möchte, ist es wichtig, sozialverantwortlich zu reisen."

Diktaturen haben einen globalen Wettbewerbsvorteil. "Sie können große Hotelanlagen relativ einfach gegen den Willen der Bevölkerung durchsetzen", sagt die Leiterin von TourismWatch, "mit Vertreibungen für Hotelbauten, die dann für die lokale Bevölkerung doppelt bitter sind." Es mache Sinn, besser in kleinen Familienbetrieben unterzukommen.

Grundsätzlich gelte: Wer einen Urlaub in einem Land mit problematischer Menschenrechtssituation plant, der sollte einen guten Grund dafür haben. Für Sonne, Strand, Meer gebe es genügend Alternativen.