Richard Löwenherz reist mit seinem Fahrrad seit Jahren in die entlegensten Winkel der Erde, nach Schweden, Kirgistan oder in die sibirische Taiga zum Beispiel.

Weder das Wetter noch Tausende Kilometer in absoluter Einsamkeit können ihn abschrecken. Ökologisch und preiswert, nennt er sein Reisen - und so lernt Richard immer wieder neue Menschen und Kulturen kennen.

Das russische Kartenmaterial war ungenau

Einmal im Jahr versucht er, eine längere Reise zu machen. Er war schon in Usbekistan und ein Jahr später dann in Kirgistan. Er ist einfach drauf los gefahren, hat sich an russischen Generalstabskarten orientiert und musste bald feststellen, dass diese Karten nur ungefähr sind. Jedenfalls ist er damit immer wieder in Sackgassen, auf Pferdepfaden oder auf Bergpässen gelandet, wo er sein Fahrrad schließlich tragen musste. Dadurch hat er Vieles gesehen, mit dem er nicht gerechnet hätte. Und genau das findet er selber am spannendsten an seinen Reisen.

Durch Schnee und Eis

Im Februar 2013 war er in Schweden unterwegs und hat eine gefrorene Meeresbucht überquert. Dabei musste er feststellen, dass nicht - wie zuvor erwartet - das Eis einen Schwierigkeitsgrad darstellte, sondern die Schneedecke, die auf dem Eis lag.

Das Fahrrad ist mittlerweile 20 Jahre alt

Seit 1998 besitzt Richard sein Mountainbike "Berserker". Das ist kein Profi-, sondern eher ein Billigmodell. Es wiegt 19 Kilogramm und hatte damals 600 Mark gekostet. Damit hat er bereits mehr als 100.000 Kilometer zurückgelegt. Wenn er nicht unterwegs ist, arbeitet der 34-Jährige derzeit als Meteorologe für einen privaten Wetterdienst und wertet Luftdruckkarten und Radarsignale aus.

Mehr zum Thema:

Lonely traveller heißt die Internetseite von Richard Löwenherz, auf der mit Bildern und Texten über seine Reisen berichtet.

"Die 100.000 Kilometer des Richard Löwenherz - Portrait eines Abenteurers."
Artikel in der NZZ vom 28. März 2014