Wenn du jetzt denkst "Hä? Wie kann denn ein Embryo 24 Jahre alt sein?", hier haben wir die Antworten zu dem Fall aus den USA.

Tina Gibson ist 26 Jahre alt, ihr Mann Benjamin Gibson 33 Jahre - und ihre Tochter Emma rund einen Monat alt. Das wäre alles nicht weiter ungewöhnlich, wäre Emma nicht durch eine 24 Jahre lang eingefrorene Embryonenspende entstanden. Ein Rekord, sagen Gibsons Ärzte, bisher war nur eine Geburt dokumentiert, bei der einer Frau ein 20 Jahre alter Embryos eingesetzt worden war.

Embryonenspende nach künstlicher Befruchtung

Als Tina Gibson und Benjamin Gibson erfahren haben, dass sie kein gemeinsames Kind bekommen können, entschieden sie sich für eine sogenannte "Embryo-Adoption". Hier konnten sie aus Daten von 300 Spendern auswählen, insofern diese zu den zukünftigen Eltern passen. Schließlich entschieden sich für eben jene Spende.

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“I was like wow, if this embryo had been born when it was supposed to have been, I was like ‘we could have been best friends, I'm only 25’.”
Tina Gibson erzählt, wie es war zu erfahren, wie alt der ihr eingesetzte Embryo ist.

Gezeugt wurde der Embryo schon 1992 im Rahmen einer künstlichen Befruchtung. Dabei werden oft mehrere Embryonen erzeugt, die jedoch nicht alle sofort eingesetzt werden. Sie werden eingefroren und dienen als eine Art Back-up, wenn die erste künstliche Befruchtung erfolglos ist oder wenn später eine weitere Schwangerschaft angestrebt wird. In den USA können Paare außerdem entscheiden, ob die die Embryonen der Forschung spenden, sie vernichten lassen oder eben zur Adoption freigeben.

Schon damals ein gängiges Verfahren

Ungewöhnlich war die Technik, Embryonen einzufrieren auch vor 20 Jahren nicht. Dafür werden die Embryonen in ganz frühem Stadium eingefroren, kurz nach der Verschmelzung von Eizelle und Spermium. Entscheidend ist, dass hier kein Wasser enthalten ist, das gefrieren könnte - dies würde die Zelle zerstören. 

Daher wird bei der Prozedur Wasser nach und nach durch eine Lösung ersetzt. Da diese nicht friert, kann das Ganze auf minus 195 Grad Celsius heruntergekühlt werden. Und offenbar ziemlich lange ohne Schaden gelagert werden.

Weitere Schwangerschaft nicht ausgeschlossen

Insgesamt adoptierten die Gibsons fünf Embryonen von den unbekannten Spendern. Drei davon wurden Tina Gibson im März eingesetzt, einer davon hat es geschafft - und das ist jetzt Emma, ein absolut gesundes Mädchen. Theoretisch könnte die Familie mit den verbleibenden zwei Embryonen später eine weitere Schwangerschaft versuchen.

Auch in Deutschland hat es solche Embryonen-Adoptionen schon gegeben. Anders als in den USA ist hierzulande eine Eizellenspende verboten, die Embryonen-Adoption jedoch nicht. Rechtlich sind diese Fälle bisher jedoch nicht eindeutig fixiert. Erst im letzten Jahr hat der Deutsche Ethikrat zu dem Thema Stellung genommen und klare Regelungen gefordert. Zum Beispiel, dass die Kinder ein Recht darauf haben sollten zu erfahren, wer ihre biologischen Eltern sind.