Vor einhundert Jahren veröffentlichte Albert Einstein seine Relativitätstheorie. Doch der wohl bekannteste Physiker aller Zeiten war einst auch etwas ganz anderes: ein Flüchtling.

Vor genau einhundert Jahren, im November 1915, veröffentlichte Albert Einstein seine Grundsätze der Allgemeinen Relativitätstheorie und revolutionierte damit die Physik. Er selbst wurde zum Sinnbild des Genies schlechthin, mit seinen weißen, wilden Haaren und den verschmitzt blickenden Augen. Doch der wohl bekannteste Physiker aller Zeiten war einst auch etwas ganz anderes: ein Flüchtling.

"Albert Einstein war nicht nur ein politischer Flüchtling. Er half ganz vielen politisch Verfolgten in seiner Zeit in den USA."
Thomas de Padova, Buchautor

Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs floh Einstein in die USA. Nach Deutschland kam er nie wieder zurück. Von Princeton aus versuchte er, so vielen wie möglich zu helfen. Er schrieb Briefe, verbürgte sich mit seinem Vermögen für den finanziellen Unterhalt der Flüchtenden und kam schnell an seine persönlichen Grenzen angesichts der großen Zahl der Schutzsuchenden.

"Auch die mir paar bekannten Leute mit einigem Vermögen sind schon bis an die Grenze ausgelastet. Der Druck der armen Leute dort auf uns ist ein derartiger, dass man fast verzweifelt angesichts der Masse des Elends und der geringen Möglichkeiten zu helfen."
Albert Einstein

In seinem Vortrag "Einstein - Freigeist und Flüchtling" geht es dem Wissenschaftsjournalisten Thomas de Padova vor allem um Einsteins politische Überzeugungen. Thomas de Padova hat Physik und Astronomie studiert und viele Jahre als Wissenschaftsredakteur für den Tagesspiegel gearbeitet. Er hat ein Buch über Einstein geschrieben: "Allein gegen die Schwerkraft. Einstein 1914-1918". De Padova hat seinen Vortrag am 20. Oktober 2015 am Einstein Forum in Potsdam gehalten.