Stärker als so mancher Krieg hat die Epoche der Renaissance zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert Einfluss auf die Völker und Menschen Europas genommen. Eine Vielzahl großer Namen hat sie hervorgebracht, wie Leonardo da Vinci, Tizian, Donatello, Albrecht Dürer, Dante, William Shakespeare, Macchiavelli oder Erasmus von Rotterdam.

Der Künstlerbiograf Giorgi Vasari sprach vom Zeitalter des Wiederauflebens der Künste und der Wiedergeburt des antiken Geistes. So wandelte der Bildhauer Donatello schon früh auf den Spuren des alten Roms und ließ sich davon inspirieren. Nicht nur in seiner Figur aus Bronze, dem jungen David, der Goliath bezwungen hat, vereint er Antike und Natur. Ähnlich verhält es sich mit der Darstellung der Maria Magdalena, die er im 15. Jahrhundert geschaffen hat - für den Florentinischen Dom.

"Maria Magdalena, die als mögliche Gefährtin Jesu oft als Sünderin oder als gefallene Frau dargestellt wird, ist Heilige und Schutzpatronin der Frauen, der Verführten, der reuigen Sünderinnen, der Schüler, Studenten und Gefangenen sowie der Winzer, Weinhändler, Handschuhmacher und Frisöre."
Ann-Katrin Günzel, Kunsthistorikerin

Ann-Katrin Günzel hat über Donatello und seine Kunst am 24. Oktober 2014 auf dem "Forum Renaissance" des Bildungscampus "Zeit für Wissen" in Köln gesprochen.

Vergleichbare Absichten stecken auch hinter den Werken Leonardo da Vincis, den Professor Max Kerner, Historiker an der RWTH Aachen, näher erforscht hat. Das Universalgenie aus Maler, Bildhauer, Architekt, Anatom, Mechaniker, Ingenieur und Naturphilosoph verband ebenfalls die antiken Lehren mit Neuem. Selbst bei dessen Kunstwerk der Weltgeschichte, der Mona Lisa im Pariser Louvre, scheint die Einheit zwischen Mensch und Natur durch das Lächeln der jungen Frau mit der Urlandschaft im Hintergrund begründet.

"Der Text ordnet sich dem Bild unter. Die bildliche Erforschung eines Sachverhaltes, die Zeichnung als Königsweg der Wissenschaft, das ist für Leonardo eine ganz wichtige Sache - und das ist für viele Ingenieure heute immer noch ein großes Vorbild."
Max Kerner, Mediävist

Die beiden Vorträge tragen die Titel "Donatello als Wegbereiter der Moderne" und "Leonardowelten - Leonardo da Vinci gestern und heute".

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