Wir haben mit einem Koch gesprochen, der aus der Branche aussteigt, weil die Arbeitsbedingungen einfach zu hart sind.

Er selbst nennt sich einfach nur N., weil er nicht erkannt werden will, wenn er über die Branche spricht, in der er seine Ausbildung gemacht und mehrere Jahre gearbeitet hat. Als Koch.

Vorbereitung auf Prüfungen fällt oft unter den Tisch

Während der Ausbildung sei bei ihm die Welt noch in Ordnung gewesen. Aber schon während der Berufsschule hörte er sehr unangenehme Geschichten. Zum Beispiel, dass Lehrlinge überhaupt nichts lernen, weil sie einfach nur schuften müssen und auf die Prüfungsaufgaben, wie zum Beispiel Einkaufen und damit ein Gericht kochen, gar nicht vorbereitet werden.

Weniger als ein Drittel hat die Prüfung gemacht

Dass der Job hart ist, hat sich schon an der Größe der Klasse gezeigt. Gestartet waren sie mit 36 Auszubildenden, nach der Hälfte waren es nur noch 16. Und letztlich haben nur noch zehn Leute die Prüfung geschafft.

"Entweder Du gehst in einen Sterne-Laden, überlebst dort und wirst selber ein Sterne-Koch oder Du gehst in eine Kantine, hast ein geregeltes Leben aber wirst sehr unglücklich, weil Du kein schönes Essen machen darfst.“
N., ausgebildeter Koch, der aussteigt

N. sagt, es sei in vielerlei Hinsicht ein anstrengender Job. Es herrsche hoher Druck in den Küchen - vor allem in denen mit Sternen. Und die Bezahlung ist dabei miserabel. Dann, wenn alle anderen frei haben, müssen die Köche mit der Arbeit loslegen. Bis zu 14 Stunden pro Tag stehen sie am Herd, oft für einen Lohn, von dem man kaum leben kann. Und schließlich seien die Auftstiegsmöglichkeiten stark begrenzt: Am Ende könne man sich entscheiden, ob man selber Sterne-Koch werden will - oder ein unbefriedigendes Dasein als Koch in einer Kantine fristen möchte.