Ertrinken geht schnell und leise. Thorsten Janiszewski ist Rettungsschwimmer und hilft, tödliche Unfälle zu vermeiden. Hier erklärt er wie das funktioniert.

Zu wenige Rettungsschwimmer*innen und viele Nichtschwimmer*innen: Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft warnt vor dem eigenen Personalmangel. "Dieses Jahr ist kritisch, uns fehlen zwei Jahrgänge", erklärt Thorsten Janiszewski. Er ist seit rund 20 Jahren dabei und weist darauf hin, dass die Schwimmbäder in den vergangenen beiden Corona-Jahren überwiegend geschlossen waren.

"Der Normalbetrieb muss wieder kommen."
Thorsten Janiszewski, Rettungsschwimmer über den Personalmangel in seinem Ehrenamt

Heute ist der 36-jährige Thorsten Janiszewski ehrenamtlich in Prora auf Rügen und leitet die Wachmannschaft an diesem Ostseestrand. Hauptberuflich arbeitet er in Düsseldorf bei der Feuerwehr. Um den Notstand bei den ehrenamtlichen Retterinnen und Rettern zu beenden, brauche es mehr geöffnete Schwimmbäder.

Die Strände füllen sich

An seinem Standort – und überhaupt am Meer – füllen sich die Strände mit Menschen. Der Beginn der Sommerferien in Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin hinterlässt Spuren. Überfüllt ist es in Prora auf Rügen allerdings noch nicht (Stand 03.07.2022).

"In Timmendorf, Scharbeutz oder Warnemünde sieht es ganz anders aus, weil die die Pendler aus Berlin und Hamburg haben."
Thorsten Janiszewski, Rettungsschwimmer

Viel brauche es eigentlich nicht für seinen Job, sagt er. Zum Silberabzeichen kommt noch ein Erste-Hilfe-Kurs und ein Sanitätskurs. Schließlich müssen recht häufig Schnittwunden versorgt werden.

Zuletzt sind in dem Vor-Pandemie-Jahr 2019 rund 420 Menschen in Deutschland bei Unfällen im Wasser ertrunken.

Statistik der jährlich Ertrunkenen in Deutschland seit 1926 - mit Auslassungen
© DLRG
Statistik der jährlich Ertrunkenen in Deutschland seit 1926 - mit Auslassungen.

Bei einem Badeunfall empfiehlt Thorsten Janiszewski Folgendes:

  • Hilfe holen, vielleicht macht jemand mit
  • Sich nicht selbst in Gefahr begeben
  • Feuerwehr rufen
  • Rettungsmittel zuwerfen
  • Trainierte Schwimmende können Sicherung mit einem Ring versuchen
  • Im Idealfall Rettung mit einem Boot

Wer selbst bemerke, dass er in Gefahr ist, sollte:

  • Ruhe bewahren, an der Wasseroberfläche bleiben
  • Auf sich aufmerksam machen
  • Sich langsam Richtung Ufer bewegen, nicht gegen Strömung anschwimmen

Anmerkung: Unser Bild zeigt nicht Thorsten Janiszewski, sondern die Rettungsschwimmerin Olivia Fischer und Rettungsschwimmer Nils Frechen auf dem Hauptturm der DLRG Wasserrettung an der Seebrücke in Prerow an der Ostsee – aufgenommen im Juli 2021.