Es ist eine besonders üble Form der Rache: Nach der Trennung Pornos von der Ex ins Netz zu stellen. Die meisten Opfer sind Frauen und viele leiden ein Leben lang. Aber gegen Revenge Porn kann man vorgehen.

Chrissy Chambers ist Opfer von Revenge Porn. Ihr Ex-Freund hat sie betrunken gemacht und Videos von ihr gedreht. Darauf sieht man, dass sie nicht zurechnungsfähig ist, aber die Bilder und Videos sind im Netz. Für immer, auch wenn Chrissy Kontakt zu vielen Seitenbetreibern aufgenommen hat und viel Material gelöscht wurde. Inzwischen geht die 25-Jährige auf ihrem Youtube-Channel in die Öffentlichkeit, um etwas gegen die gesellschaftliche Verurteilung zu tun. Denn meist wird den Opfern die Schuld gegeben und sie werden als Schlampe bezeichnet.

Als Chrissy bemerkt hat, dass Sexvideos von ihr im Netz sind, war schon etwas Zeit vergangen. Sie war total geschockt, denn es war nicht nur ein Video, es waren insgesamt sechs - auf 35 verschiedenen Seiten. Die Videos hatten schon zehntausende Klicks, sagt Chrissy.

"Das war der schlimmste Moment meines Lebens. Ich bin auf dem Boden zusammengebrochen."
Chrissy Chambers, Opfer von Revenge Porn

In Deutschland ist die Rechtslage klar: Solche Sexvideos zu verbreiten, ist nicht erlaubt. Rechtsanwalt Tim Geißler sagt: Sowohl das heimliche Anfertigen solcher Bilder ist strafbar als auch das Verbreiten von Bildern, die man einvernehmlich gemeinsam gemacht hat. Ohne Erlaubnis geht gar nichts.

"Nach der Trennung etwas von der Festplatte nehmen und dann ins Netz stellen, das ist definitiv strafbar und wird mit Haftstrafen von bis zu zwei Jahren geahndet.“
Rechtsanwalt Tim Geißler über die Rechtslage zu Rachepornos

Wer Opfer von Rachepornos geworden ist, kann aber versuchen, dagegen vorzugehen. Gleich vorweg: Alles aus dem Netz zu löschen, funktioniert mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit nicht. Aber man sollte auf jeden Fall Beweise sammeln, also Screenshots machen, und damit zum Anwalt gehen. Mit genügend Beweisen und je nach dem, was auf den Bildern und Videos zu sehen ist, sind bis zu 15.000 Euro Schmerzensgeld drin. Außerdem können Opfer bei Google beantragen, dass Suchergebnisse mit dem eigenen Namen gelöscht werden. Das erschwert die Suche nach den Sexvideos zumindest.


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