Das "Gay-Netflix" - so würde sich der Revry gerne sehen. Der Streamingdienst ist von und für die Lesbian-, Gay-, Bisexual-, Transgender- und Queer-Community (LGBTQ). Vor ein paar Wochen ist Revry online gegangen.

Bei Revry gibt es nur Serien oder Filme, in denen lesbische, schwule, bi- und transgender-Menschen im Mittelpunkt stehen. Zum Beispiel die Serie "Cooking with Drag Queen". Die ist im Prinzip eine Art Kochshow aber mit zwei schwulen Gastgebern und jeweils einer wechselnden Dragqueen pro Folge.

Ein anderes Format ist die Serie "After Orange". Hier wird eine Frau porträtiert, die gerade aus dem Knast kommt. Die Serie ist eine Art Follow-up von "Orange ist the New Black".

Der Streamingdienst kann auch in Deutschland geguckt werden, allerdings nur in englischer Sprache. Grundsätzlich zeigt Revry viele kleine Indieproduktionen, die mit wenig Budget auskommen mussten. Zum Teil sind das Sachen, die es nicht bei Netflix und Amazon gibt, zum Teil aber auch solche, die es kostenlos schon woanders im Netz gibt.

Eigenproduktionen geplant

Revry kostet fünf Dollar im Monat oder 55 Dollar pro Jahr. Aber warum zahlen, wenn es die Sachen oft kostenlos bei YouTube gibt? Es geht vor allem darum, die Idee dieser Plattform zu unterstützen sagt DRadio-Wissen-Reporterin Anna Kohn. Und vor allem:

"Es wird bei Revry auch Eigenproduktionen geben, so wie bei Amazon und Netflix auch. Die planen zum Beispiel eine Dokuserie zur Trans-Ballroom-Szene in Los Angeles und eine zweite Staffel von After Orange."
Anna Kohn, DRadio Wissen

Der Kopf hinter Revry ist der Amerikaner Damian Pellicione. In den USA ist er auch als eine art schwuler Medienguru bekannt. Mit Revry scheint er ein gutes Geschäftsmodell entwickelt zu haben. Die LGBTQ-Community ist eine begehrte Zielgruppe, die viel Geld hat und es auch ausgeben, wenn das Angebot stimmt. Netflix, Amazon und Hulu zeigen im Vergleich zu dem normalen Fernsehen in den USA zwar am meisten Transgendercharaktere, aber:

"Die meisten der schwulen und lesbischen Charaktere sind da trotzdem weiß, die sind nicht latino oder asiatisch oder schwarz oder Menschen mit Behinderung. Viele der Schauspieler sind auch straight, und das kann man bei Eigenproduktionen natürlich ändern."
Anna Kohn, DRadio Wissen