Wir wollen schnell, unkompliziert und günstig durch die Stadt kommen. Das Start-up Via hilft, per App Sammeltaxis zu finden. Die App hat in New York schon Fans gefunden und wird bald auch in Berlin eingesetzt werden. 

Unser Weg zur Arbeit, nach Hause oder ins Kino ist leicht definiert: Wir wollen von A nach B. Wir wollen möglichst schnell und günstig durch die Stadt kommen. Das Start-up Via hilft uns dabei: Per App geben wir unseren Streckenwunsch an und bekommen die entsprechende Fahrt angeboten. In New York City hat dieses Ridesharing-Prinzip, das gemeinsame Nutzen von Fahrzeugen, schon viele Fans gefunden. Vor allem, weil es günstiger ist, als ein konventionelles Taxi. 

"I tell the app how many passengers, and it knows where we are and usually the app basically selects the optimal ride, the optimal vehicle for your, for your party size, for where you're going."
Chris Snyder, CEO ViaVan
Bald auch in Berlin: Ridesharing mit der Via-App

Ähnlich wie eine Dating-App findet Via die besten Paarungen und setzt auch mehrere Fahrgäste in ein Auto. Zwischendurch steigen immer mal wieder Leute ein oder aus. Das spart Kosten. Voraussetzung für die Matches: Alle müssen ungefähr das gleiche Ziel haben.

Zehntausend Kombinationen werden durchgerechnet

In der Informatik ist das ein bekannter Rechenvorgang und wird das Problem des Handlungsreisenden genannt. Der Computer soll berechnen, in welcher Reihenfolge man bestimmte Punkte am besten anfährt. Zehntausende Kombinationen rechnet das System durch, bevor es Passagier und Auto matcht. 

"We call them virtual bus stop, where you and your driver will meet. And the reason that we do that is because it can often be very inefficient to send a vehicle to go around the block."
Chris Snyder, CEO ViaVan

Zwar sind die Taxidienste Lyft und Uber, die unter anderem auch Ridesharing anbieten, noch bekannter als Via, aber das neue Start-up bietet eine kleine Veränderung, die dabei hilft, viel Geld zu sparen. Statt sich zuhause abholen und vor dem Bürogebäude absetzen zu lassen, geht der Fahrgast 50 bis 100 Meter zu Fuß bis zur nächsten Straßenecke, die Via als Haltepunkt festgelegt hat. Virtuelle Bushaltestellen, so nennt der Geschäftsführer Chris Synder diese Haltepunkte. So muss der Fahrer nicht um den Block fahren, um genau vor ein bestimmtes Haus zu gelangen. Er fährt weniger Kilometer, den Fahrgast kostet die Fahrt weniger Geld. 

Via kommt nach Berlin

Im Frühjahr 2019 wird der Dienst von Via auch in Berlin angeboten. Dabei vermeidet Via allerdings die Fehler, die Uber bei der Einführung in den deutschen Markt gemacht hat. Statt sich mit der Verwaltung und den Taxiunternehmen anzulegen, kooperiert Via mit den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) und dem Autobauer Daimler. Das Angebot wird in Berlin daher auch nicht Via, sondern Berlkönig heißen.  

In einer Testphase wird das neue Konzept ausprobiert. Einen zweiten Ridesharing-Anbieter Allygator Shuttle gibt es in der Hauptstadt schon seit 2015. Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz Regine Günther hofft, mit solchen Angeboten Autofahrer zum Umsteigen auf Ridesharing zu bewegen.

Mehr zum Thema Ridesharing: