Rihanna hat zugenommen. Das könnte man jetzt einfach so feststellen und es dann gut sein lassen. Nicht so Fans und Klatschpresse. Die überbieten sich seit Monaten mit Spekulationen. Rihanna hingegen schweigt. Sie sieht es gar nicht ein, sich zu erklären.

Ein paar Kilo mehr - und schon hat Megastar Rihanna einen neuen Spitznamen verpasst bekommen: Thickanna. Was maßlos übertrieben ist, denn von "dick" ist die Künstlerin weit entfernt. Und eigentlich sollte der Körper einer Person auch ihre Privatsache sein, findet Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Anke van de Weyer. Aber, sagt sie, bei Stars wie Rihanna ist das natürlich anders. Da wird jede körperliche Veränderung bis ins kleinste durchanalysiert.

Besonders kurios findet Anke das Verhalten der Klatschpresse. Erst wird in den Blättern über Schwabbel-Stars am Strand gelästert, zwei Seiten weiter dann wird Rihanna für ihren "neuen" Körper gefeiert. 

Rihanna schweigt

Aber auch Fans reagieren auf die körperliche Veränderung des Stars - und zwar nicht immer begeistert. Aus vielen Ecken kommen Ekel-Kommentare, und das Maß an Body-Shaming, das auf Rihanna abgeladen wird, ist noch größer als ohnehin schon.

Als Rihanna bei der Europa-Premiere zum Film "Valerian" in London dann mit einem tief dekolletierten roten Kleid auflief, wurde nicht mehr nur über ihren Körper diskutiert. Es kam noch eine Brust-Debatte obendrauf. Die britische Boulevardzeitung "Sun" titelte sogar, große Brüste seien jetzt wieder im Trend.

"Mal abgesehen davon, dass es kompletter Schwachsinn ist, eine bestimmte Brustform zum Trend zu erheben, zeigt das die mediale Schlagkraft von Rihanna."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk Nova

Rihanna weiß ziemlich genau, was sie da tut, sagt Anke - und ist sich ihrer medialen Schlagkraft sehr bewusst. Und sie macht etwas, das der Gossip-Zirkus so nicht gewohnt ist. Statt sich den Regeln zu unterwerfen und zu erklären, wieso, weshalb, warum sie jetzt ein paar Kilo mehr hat, ignoriert sie das Buhei, das um ihren Körper gemacht wird komplett. Frei nach dem Motto: "Too glam to give a damn".

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Für viele Frauen gehört es zum Alltag, auf ihren Körper angesprochen zu werden - egal ob positiv oder negativ. In solchen Kommentaren schwingt auch immer die Haltung mit, dass sich Frauen da irgendwie zu verhalten oder erklären. Eine Frau, die das nicht tut und sich damit auch noch gut fühlt, setzt einen bewussten Kontrapunkt - und stellt damit anscheinend eine ziemlich große Provokation dar.