"Fuchs und Elster" und der "Klunkerkranich": Nicht nur Berliner wissen, dass hinter den Tiernamen zwei Locations stecken, die sich in Hauptstadt längst einen Namen gemacht haben. Robin Schellenberg und seine alten Mitbewohner Dorle und Julian sind die Köpfe dahinter. Drei, die den Mut hatten, ihre Ideen mit Leben zu füllen.

Wildes WG- und Klubleben und ohne festen Job: Robin Schellenberg ging es so, wie es vielen jungen Menschen geht, die nach Berlin kommen. In der Kloschlange der "Wilden Renate" in einer langen Nacht lernte Robin seine spätere Mitbewohnerin Dorle kennen und war bald Teil ihres Wohnprojektes. Ein Ort, an dem die Leute teilweise ein- und ausgingen. Mitunter ein "riesen großer Haufen", wie Robin erzählt:

"Alle sind zusammen total abgestürzt und waren drei Tage wach. Da bin ich auch direkt eingezogen. Da haben wir relativ schnell gemerkt gemerkt, irgendwie müsste man die Idee doch größer machen."
Robin Schellenber

180 Quadratmeter Loft und 400 Quadratmeter Keller stand in der Anzeige. Das Ding wurde gemietet und durch Zufall fiel ihnen dann auch noch der Laden vorne zur Straße hin in die Hände. Und so kam eins zum anderen, und plötzlich hatten Robin, Dorle und Julian eine eigene Kneipe: Das "Fuchs und Elster" war geboren - benannt nach zwei Figuren aus dem Sandmännchen.

Anfangs nur als Cafe und Bar machte sich das "Fuchs und Elster" schnell als Keller-Klub in der Szene einen Namen. Markenzeichen: stets überfüllt. Seit 2014 ist der Klub geschlossen und der Keller heute eine Cocktailbar.

Schluss mit weißer und bleicher Haut

Eine Zeit lang arbeitete Robin als Headhunter im Bereich Health Care und Financial Service. Kurz davor Karriere zu machen, schmiss er nach drei Jahren hin, seine Arbeit ging ihm ordentlich auf den Zeiger. Robin hatte Lust eigene Ideen zu realisieren. "Das, was viel Leute so ein bisschen an Berlin annervt, jeder hat Ideen, aber kaum jemand setzt was um, sagt er. Das heißt aber auch, "dass einige Leute am Ende des Tages doch ihre Sachen umsetzen und dementsprechend passiert hier auch viel.“

"Das besondere am Klunkerkranich ist, dass er auf der einen Seite durch die Gegend zieht, aber auch eine der wenigen Kranicharten ist, die aus Freude heraus Tanzen“
Robin Schellenberg

Seit 2013 gibt es auf einem verlassenen Parkdeck auf dem Dach eines Einkaufzentrums den "Klunkerkranich" - eine Mischung aus Bar und Café, ein Dachgarten und Kulturort mit Bühne, wo Menschen sich treffen, entspannen können und wo auch Kultur stattfindet. Ständig arbeiten die Macher daran, das Konzept zu verbessern und zu erweitern. Davor haben sie fast sechs Jahre lang nur im Keller gearbeitet und den Sommer quasi ohne Licht verbracht. Weiß und bleich seien sie gewesen. Mit dem "Klunkerkranich" können sie endlich auch was draußen machen.