Wie wahrscheinlich ist es, dass mein Job durch einen Roboter ersetzt wird? Mit dem Thema haben sich Forscher der Universität Oxford und der Beratungsgesellschaft Deloitte beschäftigt.

Ein Gedankenspiel…

DRadio Wissen in zehn Jahren: Vielleicht übernehmen dann Roboter den Job der Moderatoren und tragen die Texte vor. Könnte ja sein - Sci-Fi-Filme, die in diese Richtung (und noch viel weiter) gehen, gibt’s zumindest genug. Journalisten haben aber noch mal Glück gehabt. Dass die in nächster Zeit - also in 10 bis 20 Jahren - durch Roboter ersetzt werden, ist eher unwahrscheinlich: Bei 8 Prozent liegen die Chancen dafür, sagen die Forscher der Universität Oxford und der Beratungsgesellschaft Deloitte.

"Das höchste Risiko, durch einen Computer bzw. Roboter ersetzt zu werden, haben Leute aus dem Callcenter. Wahrscheinlichkeit: 99 Prozent."
Anna Kohn, DRadio Wissen (Anna ist kein Roboter, sondern echt)

Auch Schreibkräfte (also Leute, die zum Beispiel Texte abtippen) und juristische Hilfskräfte sind gefährdet und werden in Zukunft wohl durch Roboter ersetzt werden, sagt die Studie. Ziemlich sicher sind dagegen die Jobs von Sozialarbeitern, Krankenschwestern oder Psychologen. Aber auch Künstler, Ingenieure und Manager haben ein ziemlich geringes Risiko. Die Forscher haben rund 700 Jobs überprüft. Und dabei auf drei Kriterien geachtet:

  1. Einsatz an Werkzeugen (Fingerfertigkeit, Geschicklichkeit mit den Händen)
  2. Kreative Intelligenz (Originalität deiner Ideen)
  3. Soziale Intelligenz (Wie gut kann man die Bedürfnisse anderer verstehen und auf sie eingehen)
"Jobs, die viel kreative und soziale Intelligenz erfordern, bereiten Robotern Probleme. Die, die mit technischem Geschick zu tun haben, können einfacher ersetzt werden."
Anna Kohn

Die Kollegen der BBC haben das Ranking der gefährdeten Jobs (in England) in eine hübsche interaktive Grafik gepackt.

Bildung schützt vor Robos!

Interessanterweise haben die Forscher auch noch einen Zusammenhang zwischen Gehalt, Bildung und dem Ersatz durch Roboter gefunden. In einer Anwaltskanzlei beispielsweise ist die Wahrscheinlichkeit, einem Robo-Job zum Opfer zu fallen, für juristische Hilfskräfte sehr viel höher als für Anwälte.

"Je niedriger das Gehalt und der Bildungsgrad, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass dein Job durch einen Roboter ersetzt wird."
Anna Kohn (hat Abitur und ein Studium)