Sie haben Techno und House geprägt, bevor es das überhaupt gab. Weder David Bowie noch Depeche Mode kommen um sie herum. Sie sind "die Beatles der elektronischen Musik": Kraftwerk.

Aber Kraftwerk macht nicht nur Musik. Kraftwerk ist keine normale Band mit dem Zwang zu authentischen Posen und durchschwitzten T-Shirts. Kraftwerk macht multimediale Kunst, betreibt Selbstkanonisierung. Kein Wunder also, dass Kraftwerk seit 2012 große, namhafte Museen weltweit beehrt.

Zuschauer tragen 3D-Brillen, sie verfolgen die 3D-Show der Band Kraftwerk am 06.01.2015 in der Berliner Neuen Nationalgalerie; Bild: dpa
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3D-Brille auf: Für das Publikum in der Berliner Neuen Nationalgalerie gab es eine imposante 3D-Show.

Los ging es im Museum of Modern Art, zuletzt versetzten die vier Männer den schwebenden Glaskasten der Neuen Nationalgalerie in Berlin in Schwingung. Kraftwerk sind klassische Moderne - und das wollen sie erklärtermaßen auch sein.

"Kraftwerk haben schon vor einiger Zeit entschieden, welche Werke zum Kernbestand ihres musikalischen Schaffens gehören."

Damit bietet Kraftwerk natürlich auch Futter für kultur- und medienwissenschaftliche Betrachtungen. Im Hörsaal stellt solche Überlegungen Dirk Matejovski an, Medienwissenschaftler an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. Zur ersten deutschen Konzert-Serie mit dem Titel "Katalog 1-8" im Januar 2013 lud er zum Symposium "Mythenmaschine Kraftwerk“ in die Kunstsammlung NRW. Matejovski hielt dort den Vortrag: "Arbeit am Mythos Kraftwerk: Zur Produktionsästhetik eines intermedialen Konzepts."

Bei uns im Programm sprach auch der Musikjournalist Sascha Ziehn über das Phänomen Kraftwerk.

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