Der römische Feldherr Gaius Julius Caesar geht ein großes Risiko ein – und verändert damit die Geschichte des Römischen Reiches für immer.

Es ist einer der wichtigsten Tage im Leben des römischen Feldherrn Gaius Julius Caesar, als er am 10. Januar 49 vor Christus mit seinen Soldaten am Ufer des kleinen Flüsschens Rubikon steht. In Rom herrschen chaotische Zustände, der Senat hatte Caesar aufgefordert, seine Legionen und damit seine militärische Macht abzugeben. Nur dann sei der Weg frei für eine weitere Kandidatur für das Amt des Konsuls.

Aber etwas anderes beschäftigt Caesar an diesem Tag noch mehr: Der Senat droht mit einer Anklage gegen ihn, weil er in den zurückliegenden Jahren gegen so viele Gesetze verstoßen haben soll, dass viele Senatoren ihm auch jetzt noch den Prozess machen wollen.

Den Rubikon mit bewaffneten Kräften zu überschreiten – das würde im römischen Senat als Kriegserklärung gegen die Römische Republik verstanden werden – so will es eine althergebrachte Regel. Caesar geht das Risiko ein, weil er einen Prozess gegen sich politisch nicht überstehen würde. Er setzt darauf, dass er sich wegen seines erfolgreichen Feldzugs gegen die Gallier bei den Soldaten und den meisten Römern großer Beliebtheit erfreut.

Caesar geht das Risiko ein

Mit 5000 Soldaten überquert Caesar den Rubikon und marschiert nach Rom, wo unmittelbar nach Bekanntwerden seiner Aktion die meisten seiner innenpolitischen Gegner flüchten und von Griechenland aus, den Widerstand gegen ihn organisieren wollen.

Aber Caesar lässt es nicht darauf ankommen, sondern verfolgt seine Widersacher sogar bis nach Ägypten. Dort lernt er nicht nur Kleopatra kennen und hilft ihr, den ägyptischen Pharaonenthron gegen ihren Bruder zu verteidigen, sondern lässt sich den abgetrennten Kopf seines Kontrahenten Pompeius auf einem silbernen Tablett überreichen.

Caesars anschließende Herrschaft dauert bis 44 vor Christus, als er in den "Iden des März", also am 15. März, von einer Gruppe Senatoren um Marcus Iunius Brutus mit 23 Dolchstichen ermordet wurde.

Ihr hört in Eine Stunde History

  • Der Dresdner Historiker Martin Jehne hat das Leben des Gaius Julius Caesar erforscht und berichtet, was über ihn bekannt ist.
  • Der Bamberger Philologe Markus Schauer hat sich dem Krieg gegen die Gallier beschäftigt, über den Caesar eines der berühmtesten Bücher der Antike geschrieben hat: "De Bello Gallico".
  • Ulrich Gotter ist Althistoriker an der Universität Konstanz und schildert Caesars Tod und die Legendenbildung, die sich darum rankt.
  • Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld berichtet über die Quellenlage zur Geschichte der Römischen Republik.
  • Deutschlandfunk-Nova-Reporter Benedikt Schulz schildert den Moment, als Caesar mit bewaffneten Kräften den Rubikon überschritt und damit Rom den Krieg erklärte.