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116 n. Chr. erreicht das Imperium Romanum mit Kaiser Trajans Partherfeldzug seine größte Ausdehnung. So heißt es in Geschichtsbüchern. Aber stimmt das wirklich?

Trajan gilt als der erste der sogenannten "Adoptivkaiser" des Imperium Romanum. Im Römischen Reich war es innerhalb der höheren Kreise schon einige Zeit üblich, Söhne zu adoptieren, wenn man selbst keine bekam. Auch Kaiser Nerva – selbst adoptiert, aber zum Kaiser gewählt – macht das. Er adoptiert Trajan im Oktober 97 und stirbt Anfang 98.

Auf Trajan folgen weitere Adoptivkaiser, bis zum Regenten und Philosophen Marc Aurel sind es vier. Mit seinem Tod im Jahr 180 endet diese Ära und damit eine Phase des Imperium Romanum, die von manchen Historiker*innen als Glanzzeit beschrieben wird.

Das Imperium Romanum: groß aber nicht stabil

Das positive Etikett für diese Ära ist unter anderem der Tatsache zu verdanken, dass Trajan es in einem Feldzug 113-117 n. Chr. gegen die Parther schafft, das Imperium auf eine nie wieder erreichte Größe auszudehnen – auf dem Papier jedenfalls. Denn: Stabil ist die Lage nicht.

Karte des Römischen Reiches im Jahr 117 n. Chr. Aus der National Encyclopaedia, herausgegeben von William Mackenzie, London, Ende des 19. Jahrhunderts
© picture alliance / Bildagentur-online | U.I.G.
Das Römische Reich im Jahr 117 n. Cr.

Das Reich der Parther liegt auf dem Gebiet des heutigen Iran. Zeitweise können sie ihr Staatsgebiet bis nach Mesopotamien ausweiten. Mit den Römern streiten sie schon lange um das Gebiet Armeniens. Der römische Kaiser Nero hatte rund 40 Jahre zuvor einen Kompromiss ausgehandelt: Die Parther dürfen jemanden auf den armenischen Thron setzen, wenn Rom denn zustimmt.

Armenien ist für beide Seiten von großem Interesse, da das Land an den wichtigen Handelsrouten zwischen dem Schwarzen Meer, dem Gebiet um das Kaspische Meer und Mesopotamien liegt.

Rom ist auf die Parther angewiesen und bekriegt sie

Und es gibt noch ein Problem für Rom: Ohne eine stabile Ordnung mit den Parthern ist die Ostgrenze des Imperiums fragil, das Reich von dort aus angreifbar.

Zwar kann Trajan im Jahr 116 also einen zeitweiligen Erfolg durch militärische Siege gegen die Parther verbuchen, aber von Dauer ist dieser Erfolg nicht. Immer wieder müssen römische Heere gegen die Parther ins Feld ziehen.

Ihr hört in Eine Stunde History:

  • Autorin Annette Nünnerich-Asmus hat eine Biografie über Trajan geschrieben und erläutert das Wirken dieses ersten Adoptivkaisers.
  • Der Wuppertaler Althistoriker Armin Eich beschreibt den Zustand des Imperium Romanum zur Zeit Trajans und danach.
  • Der Rostocker Historiker Henning Börm erläutert den Weg des Reichs von der Teilung in West- und Ostrom bis zum Ende im Westen 476.
  • Der Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Dr. Matthias von Hellfeld skizziert die Zeit der Adoptivkaiser.
  • Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Kristin Mockenhaupt erinnert an den Partherfeldzug Kaiser Trajans.
Shownotes
Römisches Reich
Der Partherfeldzug von Kaiser Trajan
vom 10. April 2026
Moderation: 
Steffi Orbach
Gesprächspartner: 
Dr. Matthias von Hellfeld, Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte
Autorin: 
Kristin Mockenhaupt, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin
Gesprächspartnerin: 
Annette Nünnerich-Asmus, Trajan-Biografin
Gesprächspartner: 
Armin Eich, Historiker für Alte Geschichte an der Uni Wuppertal
Gesprächspartner: 
Historiker Henning Börm, Historiker an der Ruhr-Uni Bochum
  • Trajan-Biografin Annette Nünnerich-Asmus über das Wirken des ersten Adoptivkaisers
  • Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Kristin Mockenhaupt über den Partherfeldzug Kaiser Trajans.
  • Historiker Armin Eich den Zustand des Imperium Romanum zur Zeit Trajans und danach.
  • Historiker Henning Börm über den Weg des Reichs von der Teilung in West- und Ostrom bis zum Ende im Westen 476