Wenn wir an Rückenschmerzen denken, ist schnell von den Bandscheiben die Rede. Dabei war das schon zu Dinosaurierzeiten ein Thema. Heute ist es ein Privileg der Säugetiere.

Bandscheiben als Stoßdämpfer für den T.Rex

Nicht nur wir Menschen, sondern auch der T.Rex und andere Dinosaurier hatten Bandscheiben, also weiche Gewebescheiben zwischen ihren Wirbeln, als eine Art Stoßdämpfer zum Schutz vor Brüchen oder Verletzungen bei aktiver Bewegung. Das ergab die Untersuchung einer Forscherin der Uni Bonn, die mit ihren Kolleginnen Weichteile und Knochen von Dinosauriern genauer analysierte. Das zeichnet die Bandscheiben von Dinosauriern aus. Die meisten Vogel- und Reptilienarten besitzen dagegen Kugelgelenke.

Die Evolution der Bandscheiben

Die Forschenden fanden heraus, dass die Urform der Reptilienbandscheiben unvollständig entwickelt war. Statt einer Wirbelsäule wiesen sie eine Knorpelschicht mit knochigen Wirbeln links und rechts auf. Durch die Evolution wuchsen bei den meisten Dinosauriern und Urzeitkrokodilen die beiden Wirbelknochen zusammen und wurden von der Knorpelscheibe mit Gel-artigem Kern umhüllt. Erst später, zur Zeit der vogelartigen Raubsaurier und Sauropoden, entstanden daraus die Kugelgelenke.

"Beide Formen haben so ihre Vor- und Nachteile. Die Kugelgelenke bieten Stabilität. Einen Bandscheiben-Vorfall – das heißt, wenn die Bandscheibe verrutscht – kennt ein Vogel nicht. Dafür haben die Säugetiere eine größere Beweglichkeit im Rücken.“
Anne Tepper, Deutschlandfunk Nova

Säuger als einzige Lebewesen mit Bandscheiben

Da die Dinos mit ihren Bandscheiben bereits ausgestorben sind und andere Reptilienarten zu dem Zeitpunkt schon Kugelgelenke besaßen, verblieben nur noch die Säugetiere mit ihren Bandscheiben. Dies lässt darauf schließen, dass höhere Rückenbeweglichkeit für Säugetiere relevanter war als Verschleißkrankheiten in Form eines Bandscheibenvorfalls.