Gemeinsam mit Maarten Devoldere bildete Jinte Deprez die Frontline von Belgiens Indie-Stars Balthazar. Jetzt erscheint das erste Solo-Album unter seinem Alias J. Bernardt.

Die gute Nachricht zuerst: Das ist nicht das Ende von Balthazar. Die fünfköpfige Band macht weiter. Aber nach sechs durchgehenden Jahren auf Tour, wollte J. auch mal eine Auszeit. Diese neue Zeit begann allerdings mit einem Schock-Moment.

"Am Anfang hatten wir ein Konzert in Istanbul, das abgesagt werden musste, weil es genau an dem Tag den Militär-Putsch gab. Und das war das erste Mal, das ich gesagt habe: Come on, ich will nicht, dass Politik auch noch die Musiklandschaft beeinflusst."
J. Bernardt

Die Songs von J. Bernardt sind vor allem eines geworden: Persönlich. Auf "Running days“ geht es um Liebe und Verlust. Die erste Single "Calm down" war ursprünglich seiner Freundin gewidmet. Leider hat die Beziehung das Ende der Albumproduktion nicht mehr erreicht. 

"Die ersten Songs musste ich wieder wegschmeißen, sie klangen zu sehr nach Balthazar. Am Anfang habe ich auch noch viel am Klavier und an der Gitarre geschrieben, aber mittlerweile benutze ich vor allem mein Laptop als Instrument."
J. Bernardt

Während bei Balthazar fünf Leute auf der Bühne stehen, sind es beim Solo-Projekt von J. Bernardt nur noch drei. Jetzt ist er der alleinige Boss und hält meistens nur ein Mikrofon in der Hand, und keine Gitarre mehr. HipHop, R’n’B und überhaupt Musik, die auf Samples und Loops basiert, haben ihn auf diesen Pfad geführt.

"Es ist eine ganz andere Erfahrung. Es ist sehr Groove-basierte Musik. Im Prinzip tanze ich die ganze Zeit, während ich singe - das ist ein ganz anderes Ding."
J. Bernardt

Nebenbei: "J." steht für seinen eigentlichen Vornamen Jinte, und "Bernardt" steht an vierter Stelle in seinem Pass.