Eine App erklärt uns, wann wir im Kino sorgenlos auf die Toilette gehen können. RunPee verrät uns auch, was wir während unseres kurzes Austritts verpasst haben. Eigentlich eine gute Idee! Tatsächlich ist der Markt für originelle Apps aber ziemlich schwierig geworden: Unabhängige Entwickler haben kaum eine Chance gegen die großen Unternehmen.

Da sitzt man im Kino, hat gerade die Cola mit 1,5 Litern geleert, schon muss man pinkeln. Natürlich bei den spannendsten Szenen. Aufstehen möchte man eigentlich nicht, sonst verpasst der Kinofreund womöglich die Schlüsselszene des Films. Aber es gibt Hilfe! Mit einer App namens RunPee. So kündigt das Smartphone an, wann der Film eher langweilig und Zeit für ein intimes Fünf-Minuten-Geschäft ist. Während der User auf der Toilette sitzt, kann er bei RunPee nachlesen, was er gerade verpasst.

​"Die App RunPee funktioniert tatsächlich ziemlich gut. Eine Investition, die sich für Menschen mit kleinem Blasenvolumen durchaus lohnen kann."
DRadio-Wissen-Reporter Sebastian Sonntag

Die App RunPee ist ganz witzig und originell. Aber: Die große Goldgräberstimmung bei den App-Entwicklern ist vorbei. Mindestens 80 Prozent der Entwickler können von ihrer Arbeit nicht mehr leben - das Geld wandert vor allem an die großen Unternehmen. Ein paar Zahlen:

  • Zwei Drittel der Deutschen laden sich im Monat keine einzige App runter
  • 20 Prozent laden nur ein bis zwei Apps
  • 90 Prozent der Umsätze gehen an 12 Prozent der App-Anbieter
  • Jeder von uns hat durchschnittlich 30 Apps auf dem Handy, 10 davon benutzt er regelmäßig

Keine Chance für kleine App-Entwickler

Die meisten Smartphone-User benutzen also ein paar ausgewählte Apps. Die reichen ihnen, mehr brauchen sie nicht. Eine Ausnahme, mit der sich noch Geld verdienen lässt, sind Spiele-Apps. Wer hier allerdings einen Kracher programmieren will, muss auch schon viele Hunderttausend Euro, besser noch ein paar Millionen, in die Hand nehmen. Mit Minimalaufwand lassen sich auf dem App-Markt keine Erfolge mehr feiern..

DRadio-Wissen-Reporter Andreas Noll
Hört hier das Gespräch über die kniffelige Lage der App-Entwickler: Das Ende der Apps?