Gesine Dornblüth berichtet für uns aus Moskau. Das neue Jahr ist bei uns schon fast wieder alt und Weihnachten liegt schon zwei Wochen zurück. In Russland freuen sich alle noch auf das Weihnachtsfest, denn gefeiert wird erst am 7. Januar.

In der Sowjetzeit war Religion offiziell verboten. Um nicht ganz ohne Feier und Geschenke auszugehen, gibt es in Russland die Bescherung an Silvester. Heiligabend fällt im russischen Kalender auf den 6. Januar. Anfang Januar kommt Moskau politisch zum Erliegen, da noch bis 12. Januar Ferien sind.

"Man brauchte irgendwie Ersatz für Weihnachten und Geschenke, deswegen wurde der Jahreswechsel dazu erkoren."

Auch was die Bräuche angeht, feiert man in Russland anders. Die Geschenke bringt nicht der Weihnachtsmann, sondern Väterchen Frost. Begleitet wird er von Snegurotschka, dem Schneeflöckchen. Nach der Auflösung der Sowjetunion hatten sich viele Menschen dem Glauben wieder zugewendet. In den letzten Jahrzehnten wurden viele Kirchen gebaut und Gesine Dornblüth bestätigt, dass dieser Trend weiterhin anhält.

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"Religion ist in Russland zurzeit sehr angesagt. Es gehört an Weihnachten zum guten Ton in die Kirche zu gehen. Der Präsident vorneweg, gefolgt vom Premierminister."

Import von westlichen Waren gestoppt

Moderator Markus Dichmann fragt unsere Russland-Korrespondentin nach der aktuellen Wirtschaftskrise in Russland. Der Rubel verliert an Wert und die Lebensmittelpreise steigen an. Da Gesine ihr Gehalt in Euro bekommt, ist sie von diesem Problem nicht direkt betroffen. Schwieriger findet sie, dass Russland aufgrund von europäischen Sanktionen den Import von westlichen Waren gestoppt hat. Denn die russische Butter schmeckt ihr einfach nicht so gut, wie die, die sie aus Europa kennt. Die Einführung eines gesetzlichen Höchstpreises für Wodka hält Gesine Dornblüth für eine Maßnahme, um die russischen Bürger in wirtschaftlichen schwierigen Zeiten bei Laune zu halten.

"Auch Grundnahrungsmittel sind teurer geworden und das ist ein Problem für die Leute. Aber wenn ich mit Leuten sprechen, sagen sie meist, 'das macht uns nichts aus', weil der Patriotismus hier doch schon sehr groß ist."