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Die Angst geht um: Seit Tagen warnen osteuropäische Politiker - vom polnischen Ministerpräsident Donald Tusk bis zur litauischen Präsidentin Dalia Grybauskaite - vor dem möglichen Anschluss der Krim an Russland. Das sei nicht der letzte Schritt in Wladimir Putins Plan. Was ist dran an diesen Bedenken?

"Der Appetit kommt beim Essen."
Polnischer Passant (Tagesthemen, 12.03.2014)

Ist die Krim nur der Anfang? Verfolgt Putin noch ganz andere Interessen? Möglich wäre das, wenn der Westen weiter nur zuschaut und Russland als Sieger aus dem Referendum auf der Krim am Sonntag hervorgeht. Das sagt Stefan Meister, Osteuropa-Experte beim European Council on Foreign Relations.

"Ich würde es nicht so interpretieren, dass Russland seinen Einflussbereich erweitert. Sondern Russland versucht, seinen Einflussbereich zu erhalten."

Meister nimmt der Diskussion die Schärfe. Putin plane nicht, der russischen Föderation weitere Regionen einzuverleiben.

"Die Krim dient Russland quasi als Faustpfand, um weiterhin über eine pro-europäische Ukraine die Kontrolle zu behalten."
Stefan Meister

Die Liste der Warnenden reicht von den baltischen Staaten über Polen, Rumänien und Moldawien bis nach Georgien, sagt Meister. Vor allem ehemalige Sowjetrepubliken, in denen der Anteil russischstämmiger Bürger groß ist, fühlten sich bedroht - dazu gehören Moldawien, die baltischen Staaten oder Kasachstan.

"Ich würde nicht sagen, dass unmittelbar eine Gefahr besteht, dass Russland irgendwo einmarschiert."
Stefan Meister