Der fleischfressende Pilz ist eingeschleppt worden. Es gibt kein Mittel gegen ihn: In Belgien und in den Niederlanden sind die Feuersalamander fast schon ausgestorben. Von dort ist er nach Deutschland gekommen und rafft hier langsam die Population hin.

Der Salamanderfresser heißt auf Latein Batrachochytrium salamandrivorans und stammt ursprünglich aus Asien. Im Fachmagazin "Nature" haben Forscher die verheerenden Folgen des Salamanderfressers für die mitteleuropäischen Salamander dargestellt. Der Pilz befällt die Haut der Amphibien, verursacht Geschwulste und Löcher und tötet die Lurche innerhalb weniger Tage. Abwehrmechanismen? Fehlanzeige.

Verbreitungsweg Wanderschuhe

Der Pilz konnte bereits vor einiger Zeit bei Salamandern in der nordrhein-westfälischen Eifel nachgewiesen werden - und kam vermutlich über Wanderschuhe aus Belgien und den Niederlanden über die Grenze. Der Pilz befällt auch andere Amphibien, die - anders als Feuersalamander - nicht unbedingt daran erkranken. Sie schleppen ihn aber weiter. Zusätzlich tragen Vögel zur Verbreitung bei, wenn sie die Amphibien fressen und danach weite Strecken zurücklegen - über Grenzen hinweg.

Umweltschützer empfehlen, die Wanderschuhe nach Gebrauch gründlich zu putzen, bevor man ein neues Wandergebiet betritt, um so den Pilz nicht weiterzuverbreiten.

Forscher haben bislang kein Mittel gefunden, um die Salamander zu behandeln oder den Pilz zu bekämpfen. Das Zoologische Institut der TU Braunschweig schlägt deshalb vor, nicht infizierte Tiere einzufangen, sodass sie in Gefangenschaft überleben könnten. Die Wissenschaftler halten dieses Vorgehen für nötig, da Deutschland ein wichtiges Verbreitungsgebiet der Feuersalamander in Europa ist.