"Die Antwort werden wir nachliefern." Das war Marc Zuckerbergs Standard-Spruch, als er vor dem US-Kongress befragt wurde. Jetzt liefert er auf mehr als 200 Seiten Erklärungen zum Datenskandal nach. Dabei wird klar: Facebook weiß tatsächlich alles über uns und hat das jetzt endlich auch mal zugegeben.

Vieles, was in dem Antwort-Papier für den US-Kongress aufgelistet ist, haben wir schon immer vermutet, und deshalb sind diese Aussagen von Zuckerberg erwartbar: Facebook wertet sämtliche Angaben aus unserem Profil aus, analysiert Likes und auch Käufe, die wir über die Facebook-Seite machen.

Neu ist, dass Zuckerberg jetzt zugibt: Wer die Facebook-App auf einem Android-Handy installiert hat, bei dem liest Facebook zum Beispiel den Anrufverlauf und den Verlauf der SMS aus.

Facebook-Apps sind besonders intensive Schnüffler

Bei Handys sammelt Facebook viel umfassendere Datenmengen als bei Desktop-PCs. Dafür reicht es schon, dass man die App installiert und sich angemeldet hat. Auch der GPS-Standort wird dann an Facebook ermittelt.

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Aus der Antwort an den US-Kongress geht auch hervor, dass Facebook den Akkustand des Handys ausliest, nachschaut, wieviel freier Speicherplatz auf dem Gerät vorhanden ist oder wie die Signalstärke von WLAN oder Mobilfunknetz ist. Auch anderen Geräte im gleichen WLAN und andere WLAN-Netze in Reichweite werden ausgelesen und gespeichert.

"Natürlich steht in der Antwort ans US-Parlament nicht drin: Wir sammeln einfach alles, was sich auswerten lässt und womit wir Geld machen können."
Andreas Noll, Deutschlandfunk Nova

Facebook rechtfertigt sich damit, dass man die Daten sammele, weil man ja wissen müsse, ob ein maschineller Bot oder ein richtiger Mensch an dem PC sitze. Und dafür werden dann zum Beispiel auch die Mausbewegungen am Bildschirm aufgezeichnet – auch eine Enthüllung aus dem Papier.

Datenschützer hatten das schon seit geraumer Zeit vermutet. Jetzt kam die offizielle Bestätigung. Zur Unterscheidung ob Mensch oder Maschine im Netzwerk unterwegs ist, soll angeblich auch dienen, dass Facebook überwacht, ob das Facebook-Tab im Browser ganz vorne ist oder nicht.

Die positive Überraschung: keine Lauschangriffe

Es gibt schon lange das Gerücht, dass Facebook über die Mikrofone im Handy die User überwacht. Das hat Zuckerberg nun offiziell dementiert. Man nutze die Mikrofone nicht, um in den Raum reinzuhören, heißt es im Bericht.

"Noch nicht: Denn Facebook hat ein Patent angemeldet, dass sich genau mit dieser Technik auseinandersetzt. Dass das nur für die Schublade ist – eher unwahrscheinlich."
Andreas Noll, Deutschlandfunk Nova

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