Aufgrund des aktuellen Datenskandals bei Facebook fragen sich viele Nutzer, wie sie ihre persönlichen Daten besser schützen können. Unser Reporter Christoph Sterz stellt einige Möglichkeiten zum digitalen Selbstschutz vor. 

Die Firma Cambridge Analytica hatte sich illegal Daten von über 50 Millionen Facebook-Nutzern angeeignet, um im US-Wahlkampf Werbung für Donald Trump zu machen. Mark Zuckerberg hat sich nun dafür entschuldigt und Besserung gelobt. Am konsequentesten wäre es, wenn diejenigen, die ihre persönlichen Daten schützen wollen, Facebook verlassen würden. Wie frühere Datenschutzskandale aber bereits gezeigt haben, machen das die wenigsten von uns. 

Zeit nehmen und Privatsphäre-Einstellungen ändern

Datenschützer rufen dazu auf, dass wir selbst verantwortlicher mit unseren Daten umgehen und sie besser schützen sollen. Die Grundeinstellungen von Social-Media-Portal und Messengerdiensten erlaubt meist das Maximum, was das Sammeln von Daten betrifft. Das heißt, dass schon die Veränderung der Privatsphäreeinstellungen dazu beiträgt, die eigenen Daten zu schützen. Allerdings sind diese Einstellungen ziemlich gut versteckt und daher nur schwer zu finden. Hier erfahrt ihr, wie und wo ihr eure Privatsphäreeinstellungen genau überprüfen könnt.

"So this was a major breach of trust and I'm really sorry that this happened."
Mark Zuckerberg, CEO Facebook in einem Interview

Wer allerdings glaubt, dass er komplett verhindern kann, dass Facebook, Google, Whatsapp und Co. die eignen Daten sammeln, der liegt falsch. Denn das Geschäftsmodell dieser Unternehmen ist auf Daten aufgebaut und sie werden immer nach Möglichkeiten suchen, diese von uns zu erhalten. Wer nicht radikal auf digitale Geräte verzichten will, kann sich mit bestimmter Software behelfen, aber nie komplett schützen. 

"Man kann den Tor-Browser installieren und Sachen von denen man nicht will, dass, dass Facebook oder Google sie bekommen, über diesen anonymen Browser zu erledigen. Oder, dass man nicht alles über 'Google' sucht, sondern über 'Star Page'."

Wer mehr über "digitale Selbstverteidigung" erfahren will, kann sich beim Datenschutzverein Digitalcourage informieren. Neben Browseralternativen, wie dem Tor-Browser, der die IP-Adresse nicht weitergibt, und alternativen Suchmaschinen wie Start Page, gibt es auch viele Tracking-Blocker.  

Die Stiftung Warentest empfiehlt beispielsweise die Software ub Block Origin, die die Tracker-Anzahl um 77 Prozent verhindern soll. Auch andere Software wie Ghostery, Better Privacy oder Disconnect erhöhen unsere Datensicherheit. Browsererweiterungen wie Privacy Badger, die eine amerikanische Bürgerrechtsorganisation entwickeln ließ, können Tracker erkennen und blockieren. Manche Browser, wie zum Beispiel Firefox, lassen sich restriktiver einstellen als andere.

"We have a responsibility to protect your data, and if we can't then we don't deserve to serve you. I've been working to understand exactly what happened and how to make sure this doesn't happen again."
Mark Zuckerberg, CEO Facebook in einer schriftlichen Stellungnahme auf Facebook

Sieben von zehn Apps geben Daten weiter

Auch im Browser auf dem Smartphone lassen sich Einstellungen verändern und dadurch die Datensicherheit erhöhen. Das Problem beim Smartphone sind eher die Apps, die wir installiert haben. Zwei Informatiker aus den USA haben im letzten Jahr analysiert, dass sieben von zehn Android-Smartphone-Apps ihre Nutzer tracken oder das zumindest können. Sie können auch persönliche Daten wie Telefonnummer oder Seriennummer vom Smartphone an Werbetreibende weitergeben. Aus diesem Grund sollten wir uns jede einzelne App genau anschauen, damit wir gegebenenfalls Berechtigungen manuell ausschalten können.

Verbraucherschutz oder lieber Selbstschutz

In Brüssel wird schon länger über die sogenannte E-Privacy-Verordnung diskutiert. Ein wichtiger Punkt der Verordnung könnte sein, dass wir vorher gefragt werden müssen, ob wir mit dem Tracking einverstanden sind. Ende Mai tritt in der EU außerdem noch die Datenschutzgrundverordnung in Kraft. Die sieht vor, dass die Unternehmen uns viel stärker darüber informieren müssen, mit welcher Unternehmen sie die gesammelten Daten teilen wollen. Außerdem müssen sie dann erst unsere Zustimmung einholen, bevor sie unsere Daten nutzen können. Da die großen Konzerne, die unsere Daten sammeln, nicht besonders transparent damit umgehen, sollten wir selbst so sparsam wie möglich verbreiten, empfiehlt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Christoph Sterz. 

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