Sammel-Sneaker

Mit Schuhfotos gegen Bots

Sneaker sind Sammelobjekte. Um an die begehrten Stücke zu kommen, setzen Reseller Bots ein. Die haben auch den Shop eines Frankfurter Skaterladens lahmgelegt. Bis den Betreibern eine geniale Idee kam.

Fabian Herkelmann und Martin Schreiber betreiben in Frankfurt einen Skater- und einen Webshop. Sobald die Hersteller die limitierten Sneakers zum Verkauf freigeben, legen Bots auch das gesamtes System des Frankfurter Webshops lahm, erzählt Martin. Selbst dann, wenn sie die Schuhe selbst gar nicht anbieten.

"In den drei Tagen haben wir dann keinen Webshop. Die Kasse läuft nicht richtig, weil die auch Web-basiert ist und wir können eigentlich nichts machen."
Martin Schreiber vom Skater-Shop Bonkers

Martin sagt, dass sie rund 700.000 Zugriffe pro Minute auf der Seite zählen. Worüber die Shop-Betreiber ziemlich sauer waren.

"Da kommen regelmäßig Leute an, denen das moralisch auch komplett egal ist, ob unsere Seite zusammenbricht oder ob die Leute, die den Schuh sammeln, den bekommen oder nicht. Sondern die sind nur auf möglichst viel Profit aus."
Martin Schreiber vom Skater-Shop Bonkers

Um die Bots loszuwerden, weil die erst aufhören, wenn sie ihren Auftrag, den Kauf getätigt, erledigt haben, wenden sie einen Trick an. Die beiden bieten digitale Bilder von Sneakern zum Kauf an – 10 Euro pro Foto.

Bots fallen auf Sneaker-Fotos herein

Die Bots fallen darauf herein. Wenn jetzt die Reseller sehen, dass ihre Bots nur Bilder gekauft haben, müssen sie klein beigeben. Denn es gibt kein Widerrufsrecht bei digitalen Produkten. Außerdem haben die Verkäufer auf ihrer Seite deutlich gemacht, dass es sich nur um Bilder handelt. Käufer müssen im Shop bestätigen, dass sie mit dem Kauf eines digitalen Produktes ohne Rückgaberecht einverstanden sind.

Beschwerden bei Paypal

Die Käufer beschweren sich häufig bei dem Bezahldienst Paypal, der den Shop-Betreibern bestätigen würde, dass der Kauf so rechtens sei. Wie viele Schuhbilder sie verkauft haben, wollen die Shop-Betreiber nicht preisgeben.

Netter Nebenverdienst?

Nach eigenen Angaben würden die Shop-Betreiber pro Modell mehrere tausend Bilder für die verschiedenen Schuhgrößen online stellen. Tausende Bilder zu je 10 Euro. Davon sollen sehr viele an einen einzigen Käufer gegangen sein. Das Geld, das sie dadurch eingenommen haben, sei vor allem ins Team und in die Skater-Szene geflossen, sagt Martin

Anheizen der Sammellust

Die Sneaker-Hersteller werfen nur eine begrenzte Auflage von einem Modell auf den Markt. Damit heizen sie die Sammlerleidenschaft an. Die Shop-Betreiber bekommen von einer Auflage nur einen kleinen Teil. Reseller versuchen mittels Computerprogrammen an die begehrten Sammlerstücke zu kommen.