Eine Prise Sand, die nach dem Urlaub aus dem Reiseführer rieselt - solche sandigen Erinnerungen kennt jeder. Bei der Sandsammlerin Renate Wilk gibt es das eine Nummer größer: sie besitzt fast 15.000 Sandproben.

Es fing an mit gelegentlich aufgehobenen Steinen und Muscheln und dann mit dem ersten Häufchen Sand aus der Karibik. Heute hat die Stuttgarterin ein eigenes Sandzimmer. Auch die Flure sind mit Regalen übersäht. Über 14.000 Proben finden sich hier, in schmalen 20ml-Fläschchen genauestens mit Längen- und Breitengrad markiert, verschlossen und sortiert.

Auf Sandexpedition

Für ihr Hobby geht Renate Wilk regelmäßig auf Sandexpedition und spannt Freunde ein, Proben aus dem Urlaub mit zu bringen. Ihre Sandschätze findet sie am Meer, in der Wüste, an Flüssen und an Seen. Ihren erweiterten Umkreis hat sie dafür schon komplett abgegrast und hat es so auf eine stolze Sammlung gebracht. Einige Unterschiede, in Körnung, Struktur und Farbe sind für den Laien nicht zu erkennen. Andere Sandproben funkeln tatsächlich sogar blau, rosa oder grün.

"Man kann auch aus einer Sandgrube 88 verschiedene Proben mitnehmen.“
Renate Wilk, Sandsammlerin

Mit dem reinen Sammeln hört Renate Wilks Hobby nicht auf, unter dem Mikroskop schaut sie sich ihren Fund an und entdeckt unterschiedliche Kleinstlebewesen, die sich dort verbergen. Renate Wilk ist nicht allein mit ihrem Hobby. Die Sandsammlerin ist in der International Sand Collectors Society organisiert, die ihre Raritäten untereinander tauschen.

Sandsammlerin Renate Wilk vor einem Regalen mit ihren Sandproben
© dpa
Fast 15.000 Proben hat Renate Wilk gesammelt. Jetzt dürfen eigentlich keine neuen Sandschätze mehr hinzukommen, sagt sie.