Seit Dezember 2018 mussten 36 Pferde auf der Galopprennbahn Santa Anita Park aufgrund von Unfällen auf der Strecke eingeschläfert werden. Obwohl die Ursachen für die Unfälle nicht bekannt sind, gehen die Rennen weiter.

Die Galopprennbahn Santa Anita Park in Kalifornien zählt zu den berühmtesten Pferderennbahnen der USA. Seit Dezember 2018 kommt es immer wieder zu Unfällen von Pferden auf der Strecke: Als Folge wurden 36 Pferde eingeschläfert.

In vielen Fällen haben sich Pferde aufgrund eines Sturzes die Beine gebrochen, andere waren stark überlastet, erkrankten und wurden ebenfalls eingeschläfert. Das Problem: Werden Pferde für eine lange Zeit ruhig gestellt, können sie an Koliken sterben. Statt einen Bruch also still zu legen, schläfern Tierärzte Pferde mit so einer Verletzung oft ein.

Die Betreiber der Strecke führen das Stürzen der Pferde auf den Untergrund zurück: Im Frühling habe sich dieser durch starke Regenfälle verhärtet. Um weiter nach den Unfallursachen zu suchen, haben sie die Galopprennbahn im März 2019 für drei Wochen stillgelegt – aussagekräftige Erkenntnissen haben sich nicht ergeben. Im Anschluss sind schärfere Drogenkontrollen und längere Ruhezeiten für die Pferde eingeführt worden. Aber auch nach der Zwangspause haben sich die Tiere immer wieder verletzt.

"In den USA sterben mehr Pferde beim Training oder Rennen als in anderen Ländern."
Katharina Wilhelm, Korrespondentin in Los Angeles

Tierschützerinnen und Tierschützer sehen hingegen das Training der Pferde als möglichen Grund für die Unfallserie: Einige der Tiere seien zu jung und unerfahren, um an intensiven Rennen teilzunehmen. Pferde im Alter von zwei oder drei Jahren befinden sich noch im Wachstum: Ihr Bewegungsapparat ist noch nicht richtig ausgebildet. Werden diese über ihre Belastungsgrenzen trainiert, leiden sie später an Sehnenschäden und Knochenbrüchen. Damit die Leistung der Pferde nicht abnimmt, erhalten sie in manchen Fällen schmerzlindernde Medikamente – Unfälle sind die Folge.

Pferderennen sind ein Millionengeschäft

Alleine im letzten Jahr sind in den USA insgesamt 500 Pferde bei Wettbewerben gestorben. Für viele Beteiligte sei es allerdings von großem Interesse, die Rennen weiterlaufen zu lassen, sagt Katharina Wilhelm, Korrespondentin in Los Angeles. Denn: Pferderennen sind ein Millionengeschäft. Gerade mit Pferdewetten wird am meisten Geld gemacht. Auch auf der Galopprennbahn Santa Anita Park geht es trotz der Unglücksserie weiter: Am 1. und 2. November wird dort der prestigeträchtige Breeders' Cup ausgetragen.

"Every single race track is a slaughterhouse. Every single race track is killing horses."
Heather, Tierschützerin und Teilnehmerin der Demonstrationen gegen Santa Anita Park

Um weitere Stürze der Pferde zu verhindern, soll die Knochenstruktur der Pferde mithilfe von regelmäßigen Scans auf feine Risse untersucht werden, wie der Rennbahnleiter erklärte. Zudem soll auch das Training der Tiere zukünftig beobachtet werden.

Katharina Wilhelm bezweifelt allerdings, wie wirksam diese Maßnahmen letztendlich sind. Kritikerinnen und Kritiker fordern daher ein Ende der Pferderennen und protestieren vor der Galopprennbahn Santa Anita Park.