Eine Ansteckung mit Sars-CoV-2 ist individuell, eine Erkrankung an Covid-19 auch. Die Medizinjournalistin Christina Sartori erklärt, was derzeit bekannt ist über den Verlauf einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus und welche Quarantänemaßnahmen es gibt.

Um die Verbreitung des neuartigen Coronavirus zu verlangsamen, kann jeder durch sein Verhalten und das Beachten von Hygieneempfehlungen beitragen. Außerdem werden die öffentlichen Maßnahmen weiter verschärft.

Hierzulande werden Veranstaltungen abgesagt, Schulen und Kitas in vielen Bundesländern bleiben bis nach den Osterferien geschlossen. Der Alltag viele Menschen gerät gerade ziemlich aus den Fugen.

Positiv getestet?

Doch was, wenn es einen am Ende doch erwischt - mit dem Sars-CoV-2? Die Medizinjournalistin Christina Sartori erklärt wie der derzeitige medizinischen Stand ist und welche Maßnahmen dann greifen.

Erst Symptome, dann der Test

Zunächst wird bei entsprechenden Symptomen getestet. Ist eine Covid-19-Erkrankung festgestellt, gibt es keinen Standard-Krankheitsverlauf, sondern jede Erkrankung verläuft individuell anders. Bei einem leichten Verlauf spüren die Infizierten oft nur ein Kratzen im Hals, leichtes Fieber kann auftreten, auch Durchfall oder Mattigkeit.

"Im leichten Fall merkt man nur ein Kratzen im Hals oder Halsschmerzen, eventuell Fieber, selten fühlt man sich matt oder hat Durchfall."
Christina Sartori, Medizinjournalistin

Bei einem milden Verlauf, also Husten, eventuell leichtem Fieber und Abgeschlagenheit, bleiben Infizierte in Quarantäne bis es ihnen wieder besser geht.

Bei einem schweren Verlauf mit starkem Fieber und Atemnot, werden die Symptome im Krankenhaus behandelt. Im schlimmsten Fall bedeutet das ständige Beatmung auf der Intensivstation.

"In schweren Fällen kann es zu einer Lungenentzündung kommen, oder zu einer Blutvergiftung und am Ende können alle Organe versagen."
Christina Sartori, Medizinjournalistin

Das Virus befällt die Atemwege, wandert in die Lunge und sorgt dort für Entzündungen – dadurch kann je nach Verlauf in der Lunge Flüssigkeit ansammelt – und dann fällt das Atmen schwer, der Körper bekommt nicht mehr genug Sauerstoff.

Das kann bei schwerem Verlauf tödlich sein, wenn das Gehirn und andere Organe zu lange zu wenig Sauerstoff erhalten. Die New York Times hat einen schweren und einen leichten Verlauf der Krankheit bei zwei chinesischen Medizinerinnen hier gegenüber gestellt. Christina Sartori erinnert daran, dass häusliche Quarantäne bedeutet, die Wohnräume nicht zu verlassen.

"Dem Virus ist egal, ob man im Supermarkt mit dem Kassierer spricht oder auf einem Rockkonzert mit dem Nebenmann – es wird über Tröpfchen beim Sprechen oder Husten übertragen."
Christina Sartori, Medizinjournalistin

Die Empfehlung lautet: Freunde oder Nachbarn zu bitten, den Einkauf vor die Tür zu stellen, oder Freunden und Nachbarn anzubieten, ihnen Einkäufe vor die Tür zu stellen, wenn sie in Quarantäne sind.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat dazu aufgerufen, die eigenen sozialen Kontakte zu beschränken. Ziel ist, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht innerhalb kurzer Zeit eine große Anzahl Infizierter die Krankenhäuser und Ärzte überlastet. Stichwort #flattenthecurve oder die Kurve flach halten.

Impfstoff mit langer Wartezeit

Christina Sartori sagt, dass zwar intensiv nach einem Impfstoff gesucht wird, vor 2021 damit aber nicht zu rechnen ist. Impfstoffe müssen aufwendig auch an größeren Menschengruppen über längere Zeit getestet werden.

"Selbst wenn man einen Kandidaten hat, der in Zellversuchen und Tierversuchen eine schützende Wirkung zeigt – dann muss der Impfstoff vorher an einer Gruppe von Menschen erprobt werden."
Christina Sartori, Medizinjournalistin

Nach bisherigem Stand ist davon auszugehen, dass, wer Covid-19 überstanden hat, zunächst gegen eine erneute Ansteckung immun ist. Wie lange diese Immunität besteht, ist allerdings noch unklar.

Das Lesen des Textes auf dieser Webseite ersetzt nicht den Arztbesuch für korrekte Diagnose und Behandlung. Bitte zieht bei gesundheitlichen Einschränkungen immer eine Ärztin oder einen Arzt zu Rate. Aktuelle Informationen bietet das Robert-Koch-Institut.