Jahrzehntelang haben die Energierkonzerne sehr viel Geld mit ihren Atomkraftwerken verdient. Jetzt wollen sie die Kosten für die Energiewende nicht alleine schultern. Sie klagen auf Schadenersatz, weil sie von der Regierung teilweise gezwungen worden sind, einige Meiler früher als geplant abzuschalten.

Die Energiekonzerne wollen das große Kostenrisiko loswerden, erklärt Theo Geers aus unserem Hauptstadtstudio. Also die Frage, wie teuer die Zwischen- und Endlagerung des Atommülls wird. Eigentlich sind dafür die Betreiber zuständig. Das Problem: Die Kosten sind nicht zu kalkulieren, weil niemand weiß, wann wir ein Endlager haben. So lange das unklar ist, will den von der Pleite bedrohten Konzernen niemand einen Kredit geben - selbst wenn sie Windparks bauen wollen.

"Wenn die Konzerne aus dem Risiko Endlager rauswollen, dann müssen sie dafür noch etwas mehr auf den Tisch legen - vielleicht 30 Prozent mehr, vielleicht 100 Prozent."
Theo Geers aus unserem Hauptstadtstudio

In den Bilanzen der Konzerne stehen Rückstellungen von 40 Milliarden Euro. Jetzt wird überlegt, das Ganze aufzuteilen, erklärt Theo Geers. Das heißt: Die Konzerne bleiben verantwortlich für den Rückbau der Atomkraftwerke und könnten dafür 20 Milliarden Euro ausgeben. Die andere Hälfte soll dann in einen staatlichen Fonds fließen, aus dem die Endlagerung bezahlt würde. Das Problem: Wie wird das Ganze aufgeteilt und wer trägt am Ende das Risiko? Können sich die Konzerne mit 20 Milliarden Euro aus den Risiken für ein Endlager freikaufen oder müssen sie noch etwas drauflegen, was die Politik fordert? Und wenn ja - wie viel mehr?

"Früher war jedes AKW für eine Milliarde Euro Gewinn gut."
Theo Geers aus unserem Hauptstadtstudio

Egal wie viel die Konzerne noch drauflegen müssen - einen Teil werden die Steuerzahler bezahlen müssen. Auch wenn die Konzerne jahrzehntelang Milliarden mit der Endlagerung verdient und diese Gewinne teilweise falsch investiert und die Energiewende verschlafen haben. Trotzdem ist klar: Die Energiekonzerne stehen am Rande der Pleite. Sie verdienen mit ihren Stromkraftwerken kein Geld mehr. Dazu kommt: Die Rücklagen sind unsicher, weil EZB-Chef Mario Draghi eine Niedrigzinspolitik betreibt. Deshalb wird versucht, die Rücklagen jetzt in einem Fonds zu sichern, an dem sich auch die Konzerne beteiligen müssen - allerdings nicht so stark, dass sie am Ende pleite sind.