Schäfer haben gerade im Winter viel zu tun: 15 bis 18 Lämmer kommen täglich zur Welt - und das gerne auch nachts. Ein Fulltime-Job.

Carl Wilhelm Kuhlmann ist Schäfer in der Lüneburger Heide und hütet eine Herde Heidschnucken. Die Schafe haben ein graues Fell und weibliche wie männliche Schafe tragen Hörner. Die Lämmer sind tiefschwarz, wenn sie zur Welt kommen. Lammungen nennt das der Schäfer. Pro Tag gibt es davon derzeit 15 bis 18 Stück. Deshalb muss Carl Wilhelm Kuhlmann auch nachts ein- bis zweimal aufstehen – meist gegen 24 und 3 Uhr nachts.

"Bei den Heidschnucken ist das Gute, dass sie das zu 99,5 Prozent alleine hinkriegen."
Carl Wilhelm Kuhlmann, Schäfer

Seine Heidschnucken sind nicht auf eine große Fleischleistung hin gezüchtet, weil sie die Heide extensiv pflegen müssen, sagt Carl Wilhelm Kuhlmann. Das sei ein Grund, warum die Lammungen sehr leicht seien. Außerdem kämen bei ihm bis jetzt überwiegend Einlinge zur Welt. Wenn das Schaf nur ein Lamm austrage, sei die Gefahr gering, dass es zu Problemen komme.

Dass die Schafe gerade im Winter ihre Lämmer bekommen, liege an der Haltung. Als Schäfer betreibe er ganzjährige Hütehaltung, sodass die Schafe keinen Tag im Stall verbringen und sich von dem ernähren, was sie draußen finden.

Schonzeit für Lämmer im Stall

Die Lämmer, die jetzt geboren werden, bleiben ungefähr acht Wochen im Stall, weil sie noch nicht zehn bis zwölf Kilometer am Tag laufen können. Deshalb dürfen sie die Wintermonate im Stall verbringen, bis sich das erste Grün im März und April zeigt. Das sei besonders reich an Eiweiß und Vitaminen, sagt Carl Wilhelm Kuhlmann.

"Das erste Grün, das im März und April draußen wächst, ist besonders reich an Eiweiß und Vitaminen, da wachsen die Lämmer besonders gut. Das ist das wichtigste Futter des ganzen Jahres. Das müssen unsere Lämmer gleich mitkriegen, damit sie einen guten Start ins Leben haben."
Carl Wilhelm Kuhlmann, Schäfer

Diese Form der Haltung und Aufzucht sei für die Schafe und den Schäfer ideal. Auch, wenn mal ein Lamm sterben würde. "In diesem Winter haben wir aber erst ein oder zwei verloren und wir haben schon 200 Lämmer", sagt Carl Wilhelm Kuhlmann.

Keine Mast und kein Industriefutter

Die Lämmer kommen im Frühling auf die Heide. Dadurch wachsen sie sehr langsam, sie werden nicht gemästet und bekommen kein Industriefutter, sagt der Schäfer. Deshalb werden sie mindestens ein Jahr alt. Bis dahin lebten sie ein "vernünftiges Schafsleben".