Anfeuern, laut sein und schreien ist motivierend und gehört zum Sport. Beleidigen, beschimpfen und Mobbing hat mit Sport und Motivation nichts zu tun. Im Gegenteil.

Damit das Team den Trainer überhaupt hören kann, muss er auf dem Platz oder in der Halle natürlich viel lauter sprechen. Daher ist im Sport generell eine eher laute Umgangsform nötig und etabliert. Kein Problem.

Positive Aggression setzt Energien frei

Aufforderungen wie "Komm, komm, Du schaffst das!“, also das Anfeuern des Sportlers mit positiven Botschaften, gewinnen dabei durch die Lautstärke und wirken sehr motivierend auf den Sportler. Die Lautstärke hat hier eine aktivierende Funktion, solange die Botschaft positiv ist. Sie funktioniert dann als eine Art positive Aggression, erklärt der Sportpsychologe Jens Kleinert von der Sporthochschule Köln. 

Negatives Feedback aber - bis hin zu Beleidigungen einer Person oder von Mannschaftsteilen durch den Trainer - motivieren nicht, sondern können sogar der ganzen Mannschaft schaden. 

"Es gibt Untersuchungen darüber, die belegen, dass Trainerfeed, das in eine abwertende Richtung geht, mit Leistungsverschlechterungen der Mannschaft in Verbindung steht.“

Wichtig ist der Unterschied zwischen einem Sporttraining und einem Bootcamp. Während ein guter Trainer sein Team mit positiven Botschaften motoviert, gehört es zur Machart des Bootcamps, als Teilnehmer angeschrien und beschimpft zu werden. 

"Im üblichen Training und im Wettkampf gibt es das nicht."
Jens Kleinert über negatives Feedback im Sporttraining

Wenn also der Trainer brüllt, beleidigt und beschimpft hat er es wohl einfach nicht drauf.