Um Schimmel in Wohnungen zu vermeiden, sind Heizen und Lüften wichtig. Bei richtigen Baumängeln reicht das aber nicht.

Manche Wohnungen und Häusern sind anfälliger als Schimmel als andere. In der Regel sind es ältere Häuser mit ungedämmten Außenwänden, die ein höheres Schimmelrisiko aufweisen. Aber auch neue oder sanierte Gebäude können Schimmel aufweisen, vor allem dann, wenn an der Außenfassade ein baulicher Mangel vorliegt. Das Wichtigste zu Schimmel in Wohnungen und Häusern und wie er vermieden werden kann.

So entsteht Schimmel

Schimmel entsteht in der Regel dann, wenn eine Wand zu feucht ist. Das ist zum Beispiel bei einem Rohrbruch oder einer Undichtigkeit im Dach der Fall, wenn in die Wand fortwährend Wasser eindringen kann: Ein klassischer Fall, der Vermieterin Bescheid zu sagen, damit der Schaden behoben werden kann.

Oft entsteht Schimmel aber aufgrund des physikalischen Phänomens der Kondensation. Luft kann Wasserdampf aufnehmen, und zwar umso mehr, je wärmer sie ist. Trifft feucht-warme Luft auf eine kalte Stelle, kann dort die Luftfeuchtigkeit kondensieren – das heißt aus gasförmigem Wasser wird flüssiges.

Brillenträger kennen das: Wer von außen eine Wohnung betritt, die Brillengläser sind aber noch kalt – dann trifft die warm-feuchte Luft im Innenraum auf die kalten Brillengläser, die dann beschlagen.

In der Wohnung begünstigen also drei Faktoren, dass Wände feucht werden:

  1. Hohe Luftfeuchtigkeit, zum Beispiel durch zu seltenes Lüften
  2. Zu kalte Luft, die weniger Wasserdampf aufnehmen kann als warme, zum Beispiel durch zu wenig Heizen
  3. Zu kalte Außenwände, an denen der Wasserdampf kondensieren kann. Im Extremfall sind die Außenwände flächig so kalt, dass sich auch flächig Schimmel bildet. In der Regel tritt Schimmel aber punktuell auf, was auch auf eine Kältebrücke, also zum Beispiel ein Loch in der Außenfassade oder der Dämmung hinweisen kann.

So wird Schimmel in der Regel verhindert

  • Ein Hygrometer kaufen, ein Gerät das die Luftfeuchtigkeit anzeigt. Durch Lüften und Heizen sollte eine relative Luftfeuchtigkeit zwischen 50 und 60% Prozent eingestellt werden – zumindest im Winter. In Frühling, Sommer und Herbst bei relativ hohen Temperaturen ist das nicht immer möglich.
  • Stoßlüften, am besten mehrmals täglich.
  • Keine Schränke an die Außenwände stellen. Erstens ist die Wand dahinter noch kälter als ohnehin schon, zweitens sieht man eventuell auftretenden Schimmel nicht.
  • Alle Räumen heizen. Oder zu unbeheizten Räumen die Türe schließen, damit dort keine feucht-warme Luft eindringen kann – also zum Beispiel nicht den ganzen Tag die Tür zum Schlafzimmer offen stehen lassen, wenn dort die Heizung aus ist. Sonst besteht darin wieder Kondensationsgefahr, wenn warm-feuchte Luft aus den anderen Räumen in den Raum strömt.

In der Regel reichen diese Maßnahmen aus, um Schimmel zu verhindern.

Sollte eine Lüftungsanlage vorhanden sein, muss sie so eingestellt sein, dass sie die Luftfeuchtigkeit konstant auf einem Niveau hält, sodass sich kein Schimmel bilden kann. In manchen Fällen kann eine Lüftungsanlage nachgerüstet werden. Nicht immer ist Lüften, speziell in Badezimmern, so möglich, dass die Luftfeuchtigkeit ausreichend gesenkt werden kann.

Sollte trotzdem Schimmel auftreten, könnte ein baulicher Mangel vorliegen. In diesem Fall müssten die Vermieter*innen kontaktiert werden, sodass diese für Abhilfe sorgen können.

Die Fenster: Dicht, undicht – was ist besser?

Die Fenster nehmen beim Thema eine besondere Rolle ein. Eigentlich gilt: Je dichter und besser gedämmt die Fenster, desto besser. So spart man Heizkosten.
Allerdings können diese Fenster im Altbau auch zum Problem werden, denn die Fensterscheiben sind auch in tiefstem Winter nicht so kalt, dass dort Wasser kondensieren könnte. Im schlimmsten Fall sind die Außenwände jetzt kälter als die Fenster. Ergebnis: Das Wasser kondensiert nicht mehr an den Fensterscheiben wie früher, sondern an der Wand. Die Wand wird feucht.

Sollten also in einem Altbau neue und luftdichte Fenster eingebaut werden, muss noch häufiger gelüftet werden als ohnehin schon.

Sollte es trotz Heizens und Lüftens schimmeln, müssen die Hauseigentümer womöglich das Haus von außen dämmen lassen – sodass die Außenwände im Innenbereich nicht mehr kalt sind.

Mehr nützliche Informationen zum Thema Schimmel gibt es hier (Stiftung Warentest) und hier (Energieberater auf Youtube).

  • Moderation:  Christoph Sterz
  • Gesprächspartner:  Konstantin Köhler, Deutschlandfunk-Nova-Technikjournalist