Nach dem Vokabeln-Lernen ja! Dann besser ab ins Bett, eine Nacht drüber schlafen und am nächsten Morgen ist das alles super geordnet im Kopf und gefestigt. Wenn es aber um kreative Lösungen geht, dann hilft das nichts.

Diesen Tipp bekommt man von Älteren gern: Schlaf mal 'ne Nacht drüber. Ja, ok. Bei manchen Sachen macht das auch Sinn. Wenn wir etwas Neues lernen, im Studium zum Beispiel: Wie ist das menschliche Herz aufgebaut? Oder wenn wir ein neues Auto kaufen wollen, dann ist die Neuordnung von Informationen über Nacht im Gehirn echt hilfreich. Aber wenn es darum geht, Lösungen für schwierige Aufgaben zu finden, dann ist Schlaf eher die falsche Methode.

"Wenn man an einer schwierigen Aufgabe rumknobelt oder eine kreative Idee braucht, dann ist es besser, noch ein bisschen wach zu bleiben und weiter darüber nachzudenken."
Kerstin Ruskowsi (DRadio Wissen) über das Forschungsergebnis zum Schlaf

Die Wissenschaftler aus Freiburg haben danach gefragt, ob Schlaf auch hilft, das, was man weiß, neu zu verknüpfen und so neue Lösungsansätze zu finden. Also ob Schlaf kreativer macht. 60 Versuchspersonen - zur Hälfte Männer, zur anderen Hälfte Frauen - mussten dazu einen Assoziationstest machen. Es ging darum, verbindende Worte zu finden. Beispiel: Flocke, Eule, Besen. Was passt dazu? Genau: Schnee. Von diesem Test gab es 60 Durchgänge. Dabei wurde den Leuten auch immer sofort gesagt, ob ihre Antwort richtig war oder falsch. Wenn sie falsch war, wurde die richtige Antwort allerdings nicht verraten.

Besseres Ergebnis ohne Schlaf

Die Probanden waren in drei Gruppen eingeteilt. Einige machten die Tests morgens, andere abends, eine Gruppe musste die ganze Nacht wach bleiben, die anderen durften schlafen. Zwölf Stunden nach dem ersten Test gab es einen neuen Durchlauf. Bei 20 neu gestellten Aufgaben gab es keinen Unterschied unter den Gruppen. Überraschend war, dass die Testpersonen ohne Schlaf beim zweiten Test mehr Aufgaben lösten kannten, die sie beim ersten Test falsch hatten, als die ausgeschlafenen Probanden.