Posterboys, Kreischen, Werbeindustrie. Wer K-Pop hört, ist ein Fan der Extreme, heißt es. Aber was ist wirklich dran am Klischee? In der Ab 21 klären wir über die Fangemeinde des K-Pop auf.

Lisa und Parnian sind Fans der weltweit erfolgreichsten K-Popband "BTS". Die Fanliebe der beiden geht sogar so weit, dass sie den ersten deutschen K-Pop-Podcast "K-Pop Pardon" gestartet haben. Im Gespräch erklären uns die beiden, welche Vorurteile sie über K-Pop nicht mehr hören können.

"Wir sind auf keinen Fall kreischende Teenies, sondern größtenteils erwachsene und selbstbestimmte Menschen."
Lisa, Podcasterin bei K-Pop Pardon

Mehr als ein Fan

Über die Hintergründe der K-Pop-Fankultur klärt uns Sung Un Gang auf. Er ist Kulturwissenschaftler und lehrt an der Uni Bonn koreanische Geschichte. Sung Un Gang weiß, worin sich der K-Pop von anderen Anhängerbewegungen unterscheidet. Stichwort: Aktionskultur.

"Die K-Pop-Fans hören die Musik nicht alleine zu Hause oder gehen mit Freundinnen auf Konzerte. Sie machen die Veranstaltungen selbst."
Sung Un Gang, Kulturwissenschaftler und Dozent für koreanische Geschichte an der Uni Bonn

Wissenswertes zu K-Pop und Fankultur

  • 2019 haben sich zwei Frauen und ein Mann aus der südkoreanischen K-Pop-Szene innerhalb kürzester Zeit das Leben genommen. Mindestens zwei von ihnen (die beiden Sängerinnen Sulli und Koo Hara) sollen sich möglicherweise aufgrund von Cybermobbing zu dem Schritt entschieden haben. Die damals 25-Jährige Sulli hatte vor ihrem Tod das Abtreibungsverbot öffentlich kritisiert und sich über die eigene Depression geäußert.
  • Zuletzt machten K-Pop-Fans mit politischen Aktionen auf sich aufmerksam. Im Juni 2020 kaperte die Fangemeinde den von vielen Rassisten benutzten Hashtag #whitelivesmatter auf Twitter. So fanden sich unter dem Sammelbegriff plötzlich zahlreiche Gifs von K-Pop-Künstlern wieder. Laut dem Kulturwissenschaftler Sung Un Gang sind die Fans geübt darin, innerhalb kürzester Zeit für ihre Stars Werbeaktionen im Netz zu organisieren.
  • Für die K-Pop-Stars ist Aussehen das A und O. Dafür müssen sie teilweise strenge Diäten einhalten, sich Schönheits-OPs unterziehen und ihr Privatleben stilllegen, erklärte die südkoreanische Buchautorin Lee Jong-im.
  • K-Pop-Bands werden vollständig vermarktet. In den Verträgen der K-Pop-Bands stehen deshalb sogar Non-Dating-Klauseln drin.
  • BTS gilt als eine der bekanntesten K-Pop-Bands. Als erste koreanische Musikgruppe haben es die Jungs mit dem Song "Dynamite" auf Platz 1 der US-Charts geschafft. Das Problem: Die Bandmitglieder müssen bald zum zweijährigen Militärdienst. Dieser muss von Südkoreanern bis zum 28. Lebensjahr verpflichtend angetreten werden. Ausnahmen gibt es nur für Musiker aus dem Bereich Klassik, die einen internationalen Wettbewerb gewonnen haben. Dazu zählen BTS nicht. Da hilft wohl auch die gute Chart-Platzierung nichts.

Neu!

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Podcast zur Sendung
  • Ab 21
  • Moderatorin:  Shalin Rogall
  • Gesprächspartnerin:  Lisa-Sophie Scheurell, Podcasterin bei K-Pop Pardon
  • Gesprächspartnerin:  Parnian Chawarri, Podcasterin bei K-Pop Pardon
  • Gesprächspartner:  Sung Un Gang, Kulturwissenschaftler und Dozent für koreanische Geschichte an der Uni Bonn