K-Pop, also Popmusik aus Südkorea, ist längst auch international bekannt. Die Anhänger des Musikstils sind so richtig echte Fans: Sie sind außerdem mächtig aktiv und wirkungsvoll in den sozialen Medien. Das bekommt der deutsche Twitter-User Lino zu spüren. Die Fans der Band Straykids wollen seinen Account, so unser Reporter Sebastian Sonntag.

In Südkorea soll es rund 240 K-Pop-Bands geben. Und die machen den Menschen mit ihrer Musik nicht nur viel Freunde, sondern bescheren dem Land auch viel Geld. Denn K-Pop ist ein Exportschlager: Die Regierung in Seoul spricht von mehr als 89 Millionen K-Pop-Fans in 113 Ländern.

Knebelverträge und Rundum-Vermarktung

K-Pop steht auch für zusammengecastete Bands. Die Leben der Musikerinnen und Musiker werden vollständig vermarktet. In ihren Verträgen stehen sogar Non-Dating-Klauseln drin. Wenn dann doch rauskommt, dass sie eine Beziehung haben, flippen manche Fans aus.

Eine der bekanntesten K-Pop-Bands zurzeit ist BTS. Wie aktiv K-Pop-Fans in den sozialen Netzwerken sind, ist spätestens nach dem neuerlichen Tiktok-Fan-Rekord klar. Innerhalb von nur drei Stunden bekamen BTS mehr als eine Million Follower. Und noch eine Band, die gerade durchstartet, ist NCT 127 (im Aufmacherfoto zu sehen).

K-Pop-Fans sind in sozialen Medien machtvoll

Wie machtvoll die Fans bei Tiktok, Instagram und Twitter sind, hat zuletzt eine Wahlkampfveranstaltung von US-Präsident Donald Trump gezeigt. Die K-Pop-Community soll dafür verantwortlich gewesen sein, dass Trump in Tulsa nicht von einer riesigen Menschenmenge umjubelt wurde, sondern vor recht leeren Rängen stand (die Hintergründe könnt ihr hier nachhören).

Und schließlich hat nach Trump nun auch ein deutscher Twitter-User den Einfluss der K-Pop-Fan-Community zu spüren bekommen: Lino. Sein Name klingt wie Lee Know, so heißt ein Mitglieder der erfolgreichen K-Pop-Band Straykids. Lee ist ein häufiger Nachname in Korea und "Know" steht für Wissen auf Englisch. Seine Fans haben offenbar auf Social Media nach Profilen gesucht, die so ähnlich klingen wie "Lee Know" und sie fanden @Lino.

"Lino bekommt tausende Anfragen von Fans, die ihn überzeugen wollen, ihnen seinen Usernamen zu überlassen."
Sebastian Sonntag, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Lino sei ein ganz normaler Typ mit blauen Haaren, der gern diskutiert und technisch begabt ist, so erzählt es zumindest ein ehemaliger Schulfreund von Lino auf Twitter. Die ganze verrückte Geschichte, lässt sich im Thread des Freundes nachlesen:

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Seit Lino auf Twitter von Lee-Know-Fans entdeckt wurde, wird er mit Anfragen bombardiert, doch bitte seinen Usernamen an die Fans abzutreten, so Sebastian Sonntag. Lino hat seinen Twitter-Account mittlerweile auf privat gestellt.

Dass dieser Schritt unvermeidlich war, zeigt die Zahl der Anfragen, die Lino bekommt. Pro Sekunde fragen zwischen 50 bis 100 Accounts aus der K-Pop-Fan-Blase bei ihm an. Lino hat inzwischen einen Bot geschrieben, der alles automatisch ablehnt.

Und das Internet wäre nicht das Internet, wenn es dazu nicht inzwischen sogar Memes gäbe. Sebastian Sonntag berichtet, dass in Südkorea Fotos von Lino rumgehen, auf denen auch "stays" steht – also: Lino bleibt.

Immerhin bekommt Lino inzwischen auch ein bisschen Unterstützung aus der Fan-Blase selbst.

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Das Beispiel von Lino ist zwar ziemlich krass, aber kein Einzelfall. Auch einen französischen Rapper hat es schon einmal erwischt. Auch er verwendet in sozialen Netzwerken den Namen Lino und war einem ähnlichen Ansturm von K-Pop-Fans ausgesetzt, die ganz dringend seinen Account haben wollten.