Erholsamer Schlaf ist das A und O für einen guten Start in den Tag. Dafür ist auch die Auswahl des Kopfkissens wichtig. Worauf wir achten sollten.

Tatsächlich haben wohl schon die alten Römer Daunen in Kissen gestopft. Die Germanen haben das übernommen – und so ist es bis heute geblieben. Der Schlafforscher Markus Kamps sagt, dass ein Kissen eigentlich nicht ausreiche und wir eigentlich zwei Kissen bräuchten – eins für den Schlaf auf der Seite und eins für die Rückenlage.

"Eigentlich bräuchte man zwei Kissen. Eins, wenn man auf der Seite liegt und eins, wenn man auf dem Rücken liegt."
Markus Kamps, Schlafforscher

Für die Seitenlage müsste das Kissen höher sein, auf dem Rücken liegend wäre ein flacheres Kissen ideal, so der Schlafforscher. Aus purer Verzweiflung über diesen Umstand würden viele beim Schlafen ihr Kissen hin- und herdrehen, um so die jeweils perfekte Form zu haben. Optimal sei das nicht, sagt er.

Es gibt kein optimales Kissen für jede*n

Eine ideale Größe für Kissen gibt es nicht. In erster Linie sollten sie den Nacken stützen, damit dadurch der Hohlraum gefüllt wird, der zwischen Schultern und Wirbelsäule entsteht. Diese Wölbung ist aber bei jedem Menschen unterschiedlich, sagt die Physiotherapeutin Petra Schäfer.

"Die Wölbung der Halswirbelsäule ist stark unterschiedlich von Mensch zu Mensch, auch die Schulterbreite."
Petra Schäfer, Physiotherapeutin

Demnach kann es das optimale Kissen für jede*n also gar nicht geben. Petra Schäfer sagt aber, dass die in Deutschland gern genutzte 80*80-Zentimeter-Kissengröße nicht gut sei: "So ein Kissen ist viel zu groß, ein Kopfkissen sollte den Kopf stützen und nicht unter den Schultern liegen. Deshalb heißt es Kopfkissen."

Um für uns selbst das passende Kissen zu finden, sollten wir uns fragen, wie wir liebsten schlafen: Rücken, Bauch oder Seitenlage – das macht bei der Kissenwahl schon was aus. Die Orthopädin Sabine Bleuel sagt, dass ein falsches Kissen sogar zu Bandscheibenproblem führen kann.

"Wenn das Kissen nicht richtig passt, kann das dazu führen, dass die Bandscheibe gequetscht wird, die Nerven irritiert sind."
Sabine Bleuel, Orthopädin

Die Muskulatur könne verhärten und das Bindegewebe verkleben, sagt Orthopädin Bleuel. "Das führt zu Nackenschmerzen." Wer sich nicht sicher ist, welches Kissen seinen Schlafgewohnheiten passt, sollte mal Probeliegen im Bettenladen. Ansonsten ist es auch eine gute Option ganz auf das Kissen zu verzichten – vor allem für Bauchschläfer.