Vor drei Jahren steckt Fabian Dittrich im Schlafproblem-Hamsterrad: Er braucht sehr lang, um einzuschlafen, und schafft nie mehr als viereinhalb Stunden pro Nacht. Inzwischen hat er seine Insomnie überwunden und daraus sogar einen Job gemacht.

Jeden Abend, eine Stunde vor dem Schlafen gehen, legt sich Fabian auf seine Akupressur-Matte: Kein Handy, kein Social Media: "Das ist gut für den Rücken und ich kann mich mit meinen Gedanken beschäftigen." Mit diesem Ritual kann der 28-Jährige viel besser einschlafen, als noch vor ein paar Jahren.

Angefangen hat alles mit Uni-Stress, zu vielen Projekten auf einmal und grundsätzlich wenig Zeit zu schlafen. Doch statt sich ins Bett zu legen und vor Müdigkeit direkt wegzupennen, liegt Fabian oft noch lange wach: "Eine Stunde, um Einschlafen zu können, war Standard."

Das Klinikum für Schlafmedizin in der Schweiz spricht bereits von Schlafstörungen, wenn Personen regelmäßig mehr als zwanzig Minuten zum Einschlafen brauchen. Erst denkt Fabian, dass jeder mal eine schlechte Nacht hat und seine Schlafprobleme nicht besonders bedenklich sind: "Ich bin nie damit zum Arzt gegangen."

"Irgendwann realisierst du selbst, dass es nicht normal sein kann, wenn du über einen so langen Zeitraum so lang zum Einschlafen brauchst."
Fabian Dittrich, Schlafcoach

Aber dann merkt er nach und nach Veränderungen an sich: "Dir fallen Dinge nicht mehr so schnell ein, du bist unkonzentriert und auch unvorsichtiger." Auf mehr als viereinhalb Stunden Schlaf pro Nacht kommt er selten.

Die einfachste Lösung – ein Blaulichtfilter für seine Brille

Irgendwann begreift Fabian, dass er seinen Körper nicht dauerhaft auf Sparflamme durch den Alltag schleppen kann, und informiert sich über Schlaflosigkeit. Er liest viele Bücher, probiert einiges aus und merkt – Lösungen müssen nicht immer kompliziert sein.

Er besorgt sich Blaulichtfilter für seine Brille und ist abends endlich mal wieder richtig müde. Denn blaues Licht ist vor allem in künstlichen Lichtquellen wie Smartphones und Laptops enthalten, die wir abends nutzen. Unser Körper wisse durch das Licht nicht mehr, wann Schlafenszeit ist.

"Das blaue Licht unterdrückt die Melatonin-Produktion, das ist das Hormon, was bei Dunkelheit produziert wird, uns müde macht und für Tiefschlaf sorgt."
Fabian Dittrich, Schlafcoach

Eine Alternative könnte auch sein, elektronische Geräte wie Handys und Laptops abends wegzulassen und zu lesen. Aber auch Ernährung und feste Schlafenszeiten seien extrem wichtig: "Der Körper mag nichts lieber als Rhythmen."

Erst schlaflos, jetzt Schlafcoach

Aus seinen persönlichen Erfahrungen und Recherchen hat Fabian inzwischen einen Job gemacht: Als Schlafcoach spricht er in einem Podcast über erholsame Nächte, sein Kollege Joe gibt Tipps in Youtube-Videos.

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Dabei sollen Menschen nicht nur lernen, besser zu schlafen, sondern vor allem ihre verbesserte Lebensqualität bemerken. Für jeden Menschen funktionieren andere Methoden, aber Fabian rät: Fangt nicht erst im Bett an, den Tag Revue passieren zu lassen. Vorher ein bisschen Zeit nehmen, das Handy weglegen und dann erst mit sortierten Gedanken ins Bett gehen.