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Direkt nach dem Aufstehen sind viele von uns leicht verwirrt und koordinativ noch nicht so auf der Höhe. Von diesem Zustand gibt es aber auch eine extreme Form, die oft behandelt werden muss – die Schlaftrunkenheit.

Wenn wir im Alltag sagen, "Ich bin noch ganz schlaftrunken", dann meinen wir damit meistens etwas, das viele von uns erleben: Nach dem Aufstehen muss das Gehirn erst einmal hochfahren und wir wechseln vom Schlaf - in den Wachmodus.

"Dieser Zustand ist vollkommen normal und je nach Umständen auch mal mehr und mal weniger ausgeprägt."
Dr. Christine Blume, Schlafforscherin an der Uni Basel

"Wie so ein alter Windows-2000-Rechner", beschreibt Schlafforscherin Christine Blume von der Uni Basel den Prozess. Die Schlafforschung spricht hierbei allerdings nicht von Schlaftrunkenheit, sondern von Schlafträgheit.

Schlaftrunkenheit und Schlafträgheit

Sie zeigt sich durch eine oft nicht so gute Stimmung, das Bedürfnis weiterzuschlafen und eine verzögerte Reaktionsfähigkeit.

Studien zur Gehirnaktivität haben herausgefunden, dass unser Hirn in diesem Übergangszustand noch mehr Schlafanteile hat, erklärt Schlafforscherin Christine Blume. Andere Studien haben ergeben, dass es nach dem Aufwachen bis zu einer halben Stunde dauert, bis der Blutfluss zu verschiedenen Gehirnregionen ein normales Niveau im Wachzustand erreicht hat.

Abendtypen erleben mehr Schlafträgheit als Morgentypen

Ob und wie lange jemand schlafträge ist, hängt von Mensch zu Mensch und von Situation zu Situation ab. Studien konnten zeigen, dass Abendtypen mehr Schlafträgheit erleben als Frühtypen.

Abendtypen bevorzugen es, spät schlafen zu gehen zu schlafen und auch später aufzustehen. Dieser sogenannte Chronotyp ist unter anderem genetisch bedingt. Auch das Alter spielt dabei eine Rolle. So sind zum Beispiel viele Menschen in ihrer Jugend und im jungen Erwachsenenalter Spättypen.

"Die Symptome bei Schlaftrunkenheit sind deutlich schwerwiegender, die Übergangsphase von Schlafen zu Wachsein dauert viel länger."
Dr. Christine Blume, Schlafforscherin an der Uni Basel

Außerdem kann auch Schlafmangel dazu führen, dass Menschen eine deutlichere Schlafträgheit erleben. Schlaftrunkenheit hingegen ist ein viel stärker ausgeprägter Zustand.

Betroffene haben oft einen hohen Leidensdruck. Sie kommen zum Beispiel spät zu Terminen, zur Schule oder Arbeit. Der Morgen fühlt sich für sie oft an wie ein stundenlanger Kampf gegen den Schlaf, bei dem man immer wieder einschläft und sich – selbst wenn man es schafft, aufzustehen – nie richtig wach fühlt.

Hoher Leidensdruck bei Schlaftrunkenen

In Studien wurde festgestellt, dass Betroffene teilweise schreien oder sogar um sich schlagen, wenn jemand versucht, sie zu wecken. "Das liegt aber nicht daran, dass die Betroffenen jetzt irgendwie gewaltbereit wären, sondern kommt einfach durch diese starke Verwirrtheit und möglicherweise auch durch das extreme Schlafbedürfnis", erklärt Christine Blume.

Es kann sein, dass Betroffene sich unkoordiniert bewegen, langsamer sprechen oder nicht genau wissen, wo sie sind, welcher Tag und wie viel Uhr es ist.

In dieser Folge sprechen Schlafforscherin Dr. Christine Blume von der Uni Basel und Wissenschaftsjournalistin Ilka Knigge darüber, wie Schlaftrunkenheit erkannt und behandelt werden kann. Außerdem gibt es auch Tipps für alle, die etwas gegen ihre Schlafträgheit tun wollen.

Wir freuen uns über euer Feedback und Themenvorschläge an ueberschlafen@deutschlandfunknova.de.

Shownotes
Schlaftrunkenheit
Zwischen Schlaf und Wachsein
vom 23. Juni 2026
Moderation: 
Ilka Knigge
Gesprächspartnerin: 
Dr. Christine Blume, Schlafforscherin, Uni Basel
  • Was ist Schlafträgheit?
  • Schlaftrunkenheit - die Extremform der Schlafträgheit
  • Mythencheck: Führt Aufwachen aus dem Tiefschlaf zu Schlaftrunkenheit?
  • Wie gefährlich ist Schlaftrunkenheit?
  • Behandlung und Tipps
Unsere Quellen: