Jeden Tag sucht Benjamin Weiland für seine Webseite nach den besten Schnäppchen für Handyflatrates, Markenklamotten und Akkustaubsauger. Inzwischen hat er eine große Community, die tausendfach seine Deals nutzt. Was treibt ihn an?

Seit er Teenager ist, sucht Benjamin Weiland nach den besten Angeboten – für Handyverträge, Kreditkarten, "was auch immer Geld kostet und wo man Geld sparen kann", so der Berliner. In seinem Freundeskreis an der Uni ist er schnell der Tippgeber geworden, zu dem man geht, wenn man nach dem günstigsten Preis sucht.

"Ich war die Anlaufstelle für: Hey, ich brauche irgendwas Neues, wo krieg ich’s am günstigsten?"
Benjamin Weiland, dealdoktor.de

Irgendwann fing er mit seinem Bruder an, seinen Freunden Schnäppchen-Anleitungen zu schreiben und sie auf einem Blog namens Dealdoktor zu veröffentlichen. Diese Webseite verselbstständigte sich, immer mehr Menschen lasen Benjamins Tipps.

Heute hat das Portal eine große Community, die sogar untereinander Billigangebote austauscht. "Außerdem haben wir die Newsletter von jedem großen Shop abonniert" sagt Benjamin. Aus den Angeboten fischen sie dann raus, "was tatsächlich so günstig und so gut ist, dass wir es unseren Lesern präsentieren wollen."

Schnäppchen – brauchen wir die wirklich?

Benjamin sucht nach nützlichen Deals wie günstigeren Bahntickets, Markenklamotten, Technik – aber dann gibt es bei ihm auch Outdoor-Pizzaöfen, Akkustaubsauger und Hundetracker.

Benjamin meint, es finden sich immer User, die genau so ein Schnäppchen suchen - also ist es berechtigt. Es gehe mehr um den guten Deal als die Frage, ob man etwas wirklich brauche. "Prinzipiell schreiben wir nie über etwas, das wir nicht selbst kaufen würden oder selbst interessant finden."

Benjamin weiß zwar nicht genau, wie viel Geld er selbst durch die Schnäppchen gespart hat. Da man aber bei manchen Angeboten auch Geld in Form von Gutscheinen bekommt, hat er sich laut eigener Aussage mindestens einen "vierstelligen Betrag" dazuverdient.

"Es ist oft so: Es ist sinnlos, es ist lustig, ich brauch’s nicht. Aber ich will es trotzdem haben!"
Benjamin Weiland, dealdoktor.de

Minimalismus-Trends, die genau gegen Benjamins Schnäppchenkonsum appellieren, machen ihm keine Angst. "Ich will niemanden aktiv zum Konsum verleiten", sagt er. Und schließlich seien Modelle wie Ridesharing, die gegen den klassischen Besitzkonsum gehen, auch Teil seiner Schnäppchen-Angebote.

Benjamin hat auch selbst schon Sachen gekauft, die er dann nie genutzt hat – besonders Klamotten. Einmal konnte er einem Angebot für einen Fernseher nicht widerstehen, obwohl sein eigener perfekt funktionierte. Es sei aber nicht seine Verantwortung wenn User etwas kauften, das sie eigentlich nicht brauchen: "Da muss ich an die Vernunft der Käufer appellieren."

"Das sind Kaufanreize. Du kriegst da Ideen für ganz verrückte Sachen, von denen du nicht wusstest, dass du sie brauchst und vielleicht auch tatsächlich nicht brauchst."
Benjamin Weiland, dealdoktor.de

Wenn er mal einen supergünstigen Deal verpasst, ärgert Benjamin sich. "Die Leidenschaft ist immer noch so groß, dass ich dafür immer noch sehr brenne, obwohl ich das schon seit mittlerweile elf Jahren mache."