Masken, Abstandsregeln, Corona-Tests und Reisebeschränkungen: Die Pandemie hat die Sommerurlaubsplanung erschwert. Manche haben ganz auf eine Reise verzichtet, andere nicht. In der Ab 21 klären wir, wie unterschiedlich wir den Urlaub während der Coronapandemie interpretieren.

Bernhard aus Wien ist beruflich viel auf Reisen. Trotz der Pandemie jettet er diesen Sommer durch halb Europa. Und das zum kleinen Preis. Ganz spontan ging es für den PR-Texter erst Richtung Spanien, dann in die Schweiz und schließlich ab nach Norwegen. Gegenwärtig macht er es sich auf Sardinien am Strand gemütlich. Im Gespräch erklärt uns Bernhard, wieso er trotz Pandemie keine Flugscham hat.

Emma hätte diesen Sommer eigentlich gern mit ihren Liebsten diverse Festivals unsicher gemacht. Wegen Corona ist die 21-Jährige präventiv zu Hause geblieben. Hier hat sie jetzt mit den Bestimmungen deutscher Campingplätzen zu kämpfen. Im Gespräch verrät uns Emma, wieso.

Immer mit der Ruhe

Arbeitspsychologe Tim Hagemann weiß, wie uns Urlaub unter Pandemie-Bedingungen gelingen kann. In der Sendung beschreibt er, wie wir Corona auf Reisen halbwegs aus dem Kopf bekommen. Laut des Experten ist auch Urlaub auf Balkonien eine Option. Dann sollte es aber eine klare Trennung zwischen Arbeitswelt und Urlaubsräumen geben.

Tobias und seine Freundin wollten ursprünglich nach Schweden fahren. Letztlich haben sie sich dagegen entschieden. Stattdessen stand dann Campen im Gartenhaus in der Uckermark auf dem Plan. Mit dem Ergebnis der völligen Erholung. Gedanklich weit weg von Corona. Kein Wunder, dass da die Rückkehr in Großstadt und Zoom-Konferenzen jetzt schwerfällt.

"Wir haben uns die meiste Zeit draußen bewegt. Das war insofern total angenehm, weil man sich keine Gedanken um Corona machen muss, wenn man eh alleine auf einer Insel in einer Hängematte hängt."
Tobias, reiste statt nach Schweden in die Uckermark

Wissenswertes zur Erholung im Urlaub

  • Beim Thema Urlaub denken wir meistens an Badespaß am Strand. Das war nicht immer so. Früher gingen wir auf die Walz oder Pilgerfahrt. Es wurde entdeckt und sich gebildet. Erst seit dem 18. Jahrhundert interpretieren wir das Reisen als Freizeitvergnügen.
  • Eine Studie ergab 2017, dass 14 Prozent der frischen Urlaubsrückkehrer anschließend direkt wieder den nächsten Urlaub planen. Post-Holiday-Syndrom nennt man das: Nach 14 Tagen unter den Palmen liegen, fürchten wir uns vor der Wiederbegegnung mit unserem alten Ich und dem Alltagstrott. Der spürbare Erholungseffekt, der bereits vier Wochen nach dem Ende verschwindet, macht das Ganze nicht unbedingt besser.
  • Bei der Frage, wie lang ein Urlaub sein muss, gehen die Meinungen der Experten auseinander. In puncto Erholung sind mehrere kurze Urlaubsphasen nicht weniger effektiv als ein durchgehender langer Urlaub, sagt die Organisationspsychologin Jessica de Bloom aus Australien. Demnach sei der Höhepunkt der Erholung bereits nach einer Woche Freizeit erreicht. Aber ob das auch für Extremgestresste im Home-Office gilt? Arbeitspsychologe Tim Hegemann erklärte uns schon 2017, das wir allein eine Woche brauchen, "um die Kopplung an die Arbeitswelt zu unterbrechen."
  • Die weltweiten Reisebeschränkungen wegen Corona haben Auswirkungen auf unsere Reiseplanung. Eine Umfrage aus dem Frühjahr belegt das auch in Zahlen. 21 Prozent der Befragten hatten im April aufgrund der Pandemie noch keinen Sommerurlaub für das Jahr 2020 gebucht. 14 Prozent stornierten ihren Urlaub und 28 Prozent hielten an ihren Plänen fest.
  • Die Studie "Deutschland, deine Urlauber", die der Crossmedia-Vermarkter Score Media Group im April durchgeführt hatte, prognostizierte, dass unser Reiseverhalten wohl nicht nur dieses Jahr Kopf steht. So gaben 70 Prozent der befragten Deutschen an, direkt nach den Reisebeschränkungen wieder in den Urlaub zu düsen. 60 Prozent der Bundesbürger wollten abgesagte Reisen nachholen.

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Podcast zur Sendung
  • Ab 21
  • Moderatorin:  Shalin Rogall
  • Gesprächspartner:  Bernhard, flog trotz Pandemie durch halb Europa
  • Gesprächspartnerin:  Emma, ist über die Coronamaßnahmen auf Campingplätzen entsetzt
  • Gesprächspartner:  Tim Hagemann, Arbeitspyschologe
  • Gesprächspartner:  Tobias, reiste statt nach Schweden in die Uckermark