Schneekanonen und die Begleittechnik verschandeln die Berge und brauchen viel Energie. Trotzdem werden sie staatlich gefördert und kommen auch dieses Jahr wieder massenhaft zum Einsatz.

Dieses Jahr werden in den Alpen 70.000 Hektar Pisten künstlich beschneit. Das ist eine konservative Rechnung, sagt Sylvia Hamberger von der Gesellschaft für Ökologische Forschung - manche Forscher gehen von weit mehr aus. Zum Vergleich: Die Insel Rügen umfasst eine Größe von 90.000 Hektar.

Weil inzwischen so viel künstlich beschneit wird, wird auch viel Energie benötigt. Für eine Saison brauchen die Schneekanonen in Europa so viel Energie wie 150.000 Menschen in einem Jahr - also einmal die komplette Stadt Heidelberg.

Zu warm: Geschlossen trotz Schneekanonen

Für Sylvia Hamberger ist die künstliche Beschneiung zum Symbol für die Unbelehrbarkeit im Klimawandel geworden. Denn je stärker der Klimawandel seine Folgen zeigt, desto wärmer wird es - und desto mehr Schneekanonen kommen zum Einsatz. Ein Teufelskreis.

Allerdings hat der ein vorprogrammiertes Ende. Und zwar dann, wenn es so warm geworden ist, dass sich die künstliche Beschneiung nicht mehr lohnt, weil es zu warm ist und der Schnee zu schnell schmilzt. Das ist teilweise in diesem Dezember schon der Fall: Manche Pisten haben trotz Schneekanonen geschlossen.

Sylvia Hamberger wünscht sich Alternativen in Form von sanftem Winter-Alpen-Tourismus. Der klassische Ski-Abfahrtslauf gehört im Zweifelsfall dann nicht mehr dazu. Außerdem müssen unbedingt die staatlichen Förderungen für Kunstschneeanlagen aufhören, sagt sie.