Die Frequenzen sind verkauft: 5G wird in Deutschland kommen. Die Industrie wird davon profitieren. Privatpersonen auch irgendwann - aber das dauert noch.

Bei der Versteigerung von 5G-Frequenzen hat der Bund mehr als 6,5 Milliarden Euro eingenommen: Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica und 1&1 Drillisch werden neue 5G-Netze in Deutschland aufbauen. Die Nutzungsrechte beginnen meist ab 2021 - bisher gibt es aber nur wenige Endgeräte.

5G vor allem für Industrie wichtig

5G steht für die fünfte Mobilfunkgeneration - es soll bis zu hundertmal schneller als 4G sein und wesentlich reaktionsschneller. 5G wird vor allem für die Industrie wichtig sein, zum Beispiel in einer Fertigungshalle mit Robotern: Die Roboter sind mit vielen verschiedenen Sensoren ausgestattet, diese können mithilfe von 5G schneller und vor allem kabellos verbunden werden.

"Ich als Handynutzer werde erst mal sehr wenig davon spüren, dass das Netz blitzschnell ist, also schneller als 4G."
Andreas Reinhardt, SWR-Wirtschaftsjournalist

Wir als Privatpersonen werden 5G vor allem merken, wenn viele Menschen zusammenkommen. In großen Fußballstadien mit 30.000 Menschen zum Beispiel. Bisher hatten das 3G- und 4G-Netz in solchen Szenarien Probleme. 5G wird damit deutlich besser zurecht kommen.

Hochauflösende Videos downloaden oder streamen - auch das soll mit 5G schneller gehen. Bei vielen Dingen im Alltag und unterwegs reicht das langsamere 4G aber für die einzelnen Personen aus.

Noch immer weiße Flecken in Deutschland

Bis Ende 2022 sollen rund 98 Prozent der Haushalte je Bundesland mit Netzempfang versorgt werden. Das heißt nicht 98 Prozent der Fläche - es wird also weiterhin Gebiete geben, die eine schlechte Internetverbindung haben, weil sie vielleicht nur wenig besiedelt sind.

"Da kann ich wirklich keine Hoffnung machen, dass es kurzfristig besser wird."
Andreas Reinhardt, SWR-Wirtschaftsjournalist

In Gebieten mit schlechter mobiler Internetversorgung geht es nicht zwangsläufig um 5G, sondern erst einmal um 4G. Mit 5G ist in Deutschland generell erst ab 2021 zu rechnen. Funklöcher wird es also vorerst weiter geben. Zumindest müssen in Zukunft auch die großen Bundesstraßen, Autobahnen und Schienenwege mitversorgt werden.