Zwei junge Männer Anfang 20 rasen mit 140 km/h und offenbar unter Drogeneinfluss durch die Straßen. Ihre Fahrt filmen sie mit dem Handy. Sie rasen gegen eine Kirchenmauer und sterben. Das Video steht jetzt zur Abschreckung im Netz. Der Effekt ist fragwürdig.

Mehr als acht Millionen Klicks in weniger als einer Woche. Das Video, das den Unfall zweier junger Männer in Crowborough im April 2015 zeigt, hat die Polizei Sussex zur Abschreckung ins Netz gestellt. Und ja, das Video ist abschreckend. Aber nur für wenige Minuten sagt Therapeut und Trauerbegleiter Georg Krause.

"​Das hält mich vielleicht die nächsten 10 Minuten ab. Das hat keine lange Wirkung."
Georg Krause, Therapeut und Trauerbegleiter

Das wäre so, als würde man auf der Autobahn an einem schlimmen Unfall vorbeigeleitet. Klar, das schockiert und man hält kurz inne, denkt an die Opfer. Aber nur kurze Zeit später würde man wieder seinen eigenen Gedanken nachhängen und wieder aufs Gas treten. Einen nachhaltigen Effekt gibt es nicht.

Die Wiederholung macht den Lerneffekt

Wirksamer wären da die Plakatkampagnen der Verkehrswart an den Autobahnen. Die ständige Wiederholung der Botschaft würde letztendlich zu einem Lerneffekt führen und tatsächlich dazu führen, dass man den Fuß vom Gas nimmt.

Grundsätzlich hält Georg Krause Fahrsimulatoren oder Fahrsicherheitstrainings für einen guten Weg, um sich mal mit dem Auto oder Motorrad auszuprobieren. So lernt man zum einen die Grenzen der Fahrzeuge kennen, aber auch die eigenen. Wer trotzdem nicht auf den Adrenalinkick nicht verzichten will, dem rät der Therapeut, sich die beim Sport zu holen. Da gäbe es genug Auswahl, ohne dass man sich und andere gefährdet.