Erneut trifft es Bayern und wieder gibt es schnell den Verdacht eines Attentats: In Ansbach hat es am Abend einen Bombenanschlag gegeben. Zwölf Menschen wurden verletzt und der mutmaßliche Täter selbst getötet.

Gegen 22 Uhr ist bei den Ansbach-Open, einem Freiluftkonzert mit rund 2000 Fans, ein Sprengsatz detoniert. Ansbach liegt 40 Kilometer von Nürnberg entfernt. Zeugen berichten von mindestens einer Detonation. Im Eingangsbereich des Festivals hatte ein Mann absichtlich einen Sprengsatz gezündet. Er hatte keine Eintrittskarte. Deshalb ist er wohl auch nicht weiter auf das Festivalgelände gekommen, sagt die Polizei.

Bei dem Anschlag wurde der Mann selbst getötet und zwölf Menschen verletzt - drei davon schwer. Trotz der Explosion sind alle Besucher des Festivals ruhig geblieben – es gab keine Panik, sagte Bürgermeisterin Carda Seidel.

"Die Menschen konnten sehr geordnet und ruhig aus der Reitbahn herausgebracht werden. Das war sehr gut organisiert von der Security, den Mitarbeitern der Stadt, den Musikern und der Feuerwehr."
Carda Seidel, Bürgermeisterin von Ansbach

Nach dem Bombenanschlag war in Ansbach dann zeitweise komplett die Innenstadt gesperrt. Die Sperre ist aber inzwischen wieder aufgehoben.

Der Täter kommt aus Syrien

Der bayrische Innenminister Joachim Hermann hat inzwischen einige Details genannt: Der Täter soll ein 27-jähriger Mann aus Syrien sein. Er ist vor zwei Jahren nach Deutschland gekommen und hatte hier einen Asylantrag gestellt. Der wurde aber offenbar abgelehnt. Der Mann hat jedoch wohl trotzdem eine Duldung bekommen und in einer Einrichtung in Ansbach gewohnt. Außerdem war er wohl psychisch labil, sagte Innenminister Hermann.

"Der Tatverdächtige ist mehrmals schon strafrechtlich in Erscheinung getreten. Vor allen Dingen hat er aber auch zwei Mal versucht, sich das Leben zu nehmen."
Joachim Hermann, bayrischer Innenminister

Ob der Mann Kontakt zu Islamisten hatte, wissen wir bislang nicht. Jetzt wird sein Handy untersucht, das am Tatort gefunden wurde. Die Polizei spricht noch nicht explizit von einem Terroranschlag. Dafür wisse sie noch zu wenig über die Hintergründe. Weil es aber ein Sprengsatz war, der detonierte, handelt es sich wohl kaum um einen Unfall.

Islamistischer Hintergrund nicht auszuschließen

Einen islamistischen Hintergrund können Polizei und Sicherheitsbehörden bis jetzt leider nicht ausschließen, sagte Bayerns Innenminister Hermann. Denn der Mann hatte einen Rucksack bei sich und darin waren wohl viele Metallteile. Das heißt, die Bombe hätte noch viel schlimmere Folgen haben können, wenn sie in der Nähe vieler Menschen detoniert wäre. Bekannt ist das von islamistischen Anschlägen im Nahen Osten: Da werden häufig Metallteile oder Nägel von den Attentätern benutzt, um möglichst viele Menschen im Umfeld zu verletzten. Aber: Auch das muss noch untersucht werden.